Druckschrift 
Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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Z4 Dasi.H.vonderGelahrheit

verwirrt als deutlich, indem man diese falscheMeynung hat, als wenn diese dreyerley Güterrvürcklich von einander unterschieden wa-ren, da doch ihr Unterscheid nur darinnen beste-het, daß das Gute in unterschiedener Verach-tung bald ehrbar, oder ehrlich, oder recht,mäßig, bald belustigend, bald nützlich ge-nennet werde.

9-. Denn alles wahrhaftige Gute (dasSchein-Gut haben wir schon oben auögemertzet)ist nützlich, weil es den Menschen in seinerDauerhaftigkeit erbalt. So ist es auch belu-stigend, wenn es der Mensche besitzet, weil dieFreude, Lust und Vergnügung nichts anders istals die Bemessung und Besitzung des verlangtenGuten. Endlich ist es auch ehrbar oder zum we-nigsten nicht unehrbar; denn die Ehrbarkeit grün-de? sich in dem gemeinen Nutzen des menschlichenGeschlechts, und wir werden zu seiner Zeit balddarthun, daß der, so ein ehrbares Leben führet,auch alleine ein recht lustig und vergnügt Lebenempfinde. Und gleichwie alle Unehrbarkeitenund Laster dem gantzen menschlichen Geschlecht,schädlich seyn, auch jeden Menschen selbst ruini-ren; als wird es sich auch bald weisen, daß derjeni-ge, der ein unvernünftiges Leben führet, auch zu derZeit, da er sich die groste Lust einbildet, vielfaltigenja unzekligen Verdrießlichkeiten unterworffen sey.

yz. Es krieget aber dieses eintzigeGute unter-schiedene Nahmen, nachdem man es auf unter-schier