Print 
Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

z<5 Das i. H. von der Gelahrh eit

wenn wir uns dieselben als noch gegenwärtigoder die doch leichte wieder gcgenwäm'g scyii kön-nen, vorstellen, und daß die Betrachtung zukünf-eiger Dinge uns belustige, wenn wir gebencken,daß sie bald gegenwärtig sc»n werden, und alsomuß man das gegenwärtige allhier in einen etwasWeilern Verstände nehmen.

98. Denn wenn ich das vergangene Guteals vergangen betrachte, und das nicht mehrgegenwärtig seyn wird, so erfreue ich mich nicht,sondern ich betrübe mich, gleich wie in GegentheildieBetracktung des vergangenenBösens uns be--lustiret. Und wenn ich das zukünftige Gutenur noch als zukünftig ansehe, so empfinde ichkeine Lust darvon, sondern ich habe nur ein Verolangen darnach.

99. Daß man aber insgemein die nützlichen,belustigenden und ehrbahren Güter von einanderabsondert, geschiehet theils daher, daß man dieseGüter nicht recht beschreibet, theils dcchman gantz offenbahr das Schein-Gut mit demwahren Gut,theils auch endlich andere zufalligeund geringe Arten des Guten mit denen edelstenvermischet.

100. Man sagt, das nützliche Gute ver-lange man wegen eines andern, das belu-fiit/ende aber und das ehrbare wegen semselbst. Meine so ferne alles Gute eine beständi-ge Dauerung imenäiret, Muß es nothwendig we-gen eines andem verlanget werden; so ferne