z<5 Das i. H. von der Gelahrh eit
wenn wir uns dieselben als noch gegenwärtigoder die doch leichte wieder gcgenwäm'g scyii kön-nen, vorstellen, und daß die Betrachtung zukünf-eiger Dinge uns belustige, wenn wir gebencken,daß sie bald gegenwärtig sc»n werden, und alsomuß man das gegenwärtige allhier in einen etwasWeilern Verstände nehmen.
98. Denn wenn ich das vergangene Guteals vergangen betrachte, und das nicht mehrgegenwärtig seyn wird, so erfreue ich mich nicht,sondern ich betrübe mich, gleich wie in GegentheildieBetracktung des vergangenenBösens uns be--lustiret. Und wenn ich das zukünftige Gutenur noch als zukünftig ansehe, so empfinde ichkeine Lust darvon, sondern ich habe nur ein Verolangen darnach.
99. Daß man aber insgemein die nützlichen,belustigenden und ehrbahren Güter von einanderabsondert, geschiehet theils daher, daß man dieseGüter nicht recht beschreibet, theils dcchman gantz offenbahr das Schein-Gut mit demwahren Gut,theils auch endlich andere zufalligeund geringe Arten des Guten mit denen edelstenvermischet.
100. Man sagt, das nützliche Gute ver-lange man wegen eines andern, das belu-fiit/ende aber und das ehrbare wegen semselbst. Meine so ferne alles Gute eine beständi-ge Dauerung imenäiret, Muß es nothwendig we-gen eines andem verlanget werden; so ferne