;8 Das I. H. von der Gelahrheit
Gemüths-Ruhe, diese aber in einer stillen Belusti,gung bestünde.
l-?z. Sprichst du gleich: diese mäßigenBelustigungen und alle Belustigungen desGemüths wären keine belustigende Güter, weildas belustigende Gut eintzig und allein in sehr em-pfindlichen Berührungen der Smnligkeitenbestünde, z.E-in einer Woüust, in clelicaten Essenund Trincken, und andern Dingen,die wir Wollü-ste des Leibes nennen; so ist doch diese Ausfluchtsehr unvernünftig. Denn erstlich haben wir Ichonoben erwiesen, daß alle empfindliche Belu-stigung ein Schein-Gut, oder deutlicher, et-was böses sey, und daß denen maßigen Belusti»Zungen alleine die Beschreibung des Guten zu-komme.
104. Zum andern, gleichwie es eine grosseThorheit seyn würde, wenn wir verneinen wol,ten, daß ein Sauffer, Spieler und Hurer indem Augenblick seiner Belustigung kein Ver-gnügen fühlen solle; also wäre es auch unge-schickt, wenn man die»enigen, die die Belusti«gung der Seelen würckiich empfinden, beredenwvlte, ihre Empfindlichkeit betröge sie. Denndaß ich anietzo nichts von der stillen Lust und ru-higen Vergnügen eines wahrhafftig weisen undtugendhafften Mannes erwehne, so ist wohlausser Zweiffel, daß das Gemüthe eines Ehrgei-higen über den gnadigen Blick eines Fürsten;eines Geldgierigen über der Erhaltung eines Ge-winsts