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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
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46 Dasi.H.vonderGelahchet't

her »licht gehabten Vermögens u. s.w. xo-lltive gut, die iLntledigung aber aus der Ge-fängniß, die Genesung von derAranckhetc

u. f. w. ist unter die bona privstive t^Iia zu rech"nen. Gleicher weise ist die Rranckheit, dieVerwundung, derSchmery, die Schmachxoütive ein Übe!, die iLinöerckerung aber, dieBeraubung unsers Vermögens »der unsererEhreN'Stellen ein rnalum privarivum.

1:4- Ferner so sind etliche Güter sehr edel undhöchst- nothwendig, ohne die des Menschensein Wesen entweder gar nicht bestehen kcm, oderdoch elend und gesiümmelt seyn würde; etlicheaber find nicht so edel und nothwendig,dergestalt daß der Mensch ohne dieselben gar wohlbestehen kan, auch ohne sie nicht elend zu nennenist; sie werden aber unter die Zahl guter Din-ge gerechnet, weil der Mensch, so selbige besitzet,mehr Gelegenheit hat andern Menschen gutes zuerweisen, als wenn er sie nicht hat.

125. Also sind Gesundheit, AVeißheit undTugend sehr edele und höchst-nothwendige Gü-ter; Freyheit aber, auserliche <Lhre, Reich-thum, Freunde, sind nicht so nothwendig, worzuwir auch meistenlheilö das äecorum rechnen.

ü6. Daraus wird aber leicht zu begreiffenseyn die doppelte Art des Sojen, deren einesdem nochwendtgen Guten entgegen gesetzet

wird,