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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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48 Dasi.H.vonderGelahcheit

ein unmittelbares Gut, das deß MenschenDatierung und Wesen für sich erhält' als L.e-ben, Gesundheit, VOeißheit, Tugend;oder ein mittelbares Gut, weiches zu Erlan-gung mw Vermehrung besagter ur.mtttelbcirmGüter dienet, als Geld, Speise und Tranck,Lwcliren, Übung in tugendhaften Thaten ; Je-nes ist der Zweck des menschlichen Thun undLassens, dieses die Mitte! darzu- Und je ent-fsrneter diele Mittel sei?n, oder je leichter derMensch derselben entbehren kan, je in gerin-gern (Z^ä des guten verdienen sie auch gesetzetzu werden.

i!9. Endlich, weil so rsvhl das Gute alsBöse unterschiedene Grade haben, und wir all-bereit oben erinnert, daß das dauerhafteste Guteund Böse die andern allezeit übcrwäge, so wirdauch in Ansehen dieser Anmerckung- das Guteentweder vor ein wnrcritches Gut gebraucht z.als Leben, Gesundheit, Weißheit, Tugend; odervor ein kiemer Ubc!, als Verlierimg feinesVermögens das Leben zu erhalten, sterben fürseine Freunde u° s. w. Gleichergestalt wird auchdas Übel entweder für ein würcklichUbel ge,lwmmen, als Ungesundheit, Irrthum, lieder-lich Leben; oder für ein kleineres Gut, als Er?langung Reichthums mit Verlust der Gesund-heit , gut Gedächtniß mit Verlust oder VeroMgeru»S des ^uücii, Mlahrheit in änfferli-