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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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das Gute». Böse zu erkennen überh. 49

chen Dinqen mit Versäumung der Erkäntniß seinselbst.

izo. Wir haben oben gesagt, daß die bißheri,gen Zintheilungen unterschiedene (Oracle des Gu-ten vorstellen würden; und also wollen wir nun»mehro kürtzlich anzeigen, welches unter denen biß,hero erzehlten Arten disalleredelstenseyn, nem-lich das ordentliche Gute, das Gute, das inBenchmung einer unangenehmen Sachebestehet (bonum priv3rivum>) das in Ansehendes menstl)lichen Wesens nothwendige Gute»das unmittelbahre Gute, und endlich daswürckliche Gute. Auf diese Arten muß einMensch hauptsächlich sein Absehen richten,und aufdieselbigen schickt sich auch fürnemlich unsere gege-bene Beschreibung des Guten.

izi. Wiewohl in gemeinen Ä.eben undWandel kehret man es durch einen übelen Ge-brauch gemeiniglich um. Denn weil dieMenschen mehrentheils, ja in Ansehen ihres Wil-lens , allesamt in einem ausserordentlichen undvererbten Zustande leben, als achten sie auch dasausserordentliche Gute viel Häher, als dasordentliche ; ja sie gebrauchen sich des außeror-dentlichen Guten auch m dem ordentli-chen Zustande zum vflern als einer R-chlscimuezu leben, da wir doch erwehnel haben, daß hierin-nen das außerordentliche Gute bvse sey.

iz!. Wir können hiervon tausend Exempelfür eines geben. Wie viele brauchen bey der Ge,

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