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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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5o Das i. H. von der Gelahrheit

jundheit Arrzeney? wie viel ^5eäici c>Mni-ren einem gesunden Menschen, er solle sich zuweileneinen Rausch trincken? Wie viele bilden sichein, das XVasier, das GOTT dem Menschenzum Tranck verordnet hat, sey ungesund, weil der >Wein dem schwachen Magen nöthig ist? Mit ei,nem Worte, unsereganyeRinderzucht taugtwegen dieses xr^ucZicii gantz und gar nichts, weilwir unsere Kinder von Jugend auf nicht andersals Patiencen auferziehen, und zu Mienren an >Leibe, Verstand und Willen fast durchgehendsdamit machen.

izz. Mit dem bono politivo gehen nochmehr Irrthümer vor, weil auch vielleicht viel Ge-lehrte selbst mich auslachen werden, daß ich dasdonnm pi-ivÄti vuin für die vortreflichste Areausgegeben. Alleine wenn man die oben an,geführte Exempel betrachten wird, wird mandiese meine Meinung nicht so belachens-würdighalten, zumahl weil wir schon oben erwehnet,daß der Mensch sehr vieler Dinge in dieser Welt Ientbehren tonne, und also die bona polirivAmehrentheils unter die nicht nothwendi-gen Güter gehören. Aus dieser Ursachen wil-len wird auch in der bürgerlichen Gesellschaft,z. E einer, der aus Rache einen andern umge-bracht, oder um reich zu werden gestohlen, scharf,fer gestraft, als der in mocieramine inculMs-cutelX einen excels begangen, oder aus Hungergestohlen. Zu geschweigen, daß das bonum po-,

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