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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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<5o Das-. H. von vergrasten

geringste und nach dem äuserlichen Ansehen un-ehrlichsten Stand letzte.

9. Und was wollen wir uns hierüber weiteraufhalten, nachdem ja auf allen unsern hohenund niedern Schulen diese Lehre, daß das höch-ste Gut nicht in Reichthum noch Ehre bestehe, de-nen ttuälrenden vorgesaget wird.. Dem aberunerachtet,. betrachte du diesen Lehr, Satz destogenauer, weil die gemeine/^ .^ auf hohenvnd niederen, ja aufdenen höchsten Schu-ten, das ist, an Höfen diesem j^ehr-Gay zu-wider ist. Jederman, ja diejenigen selbst, diedurch ihr Exempel ihre Lehre bestätigen solten,trachten nach Ehre und Reichthum als nach demhöchsten Gut mit Verlust ihrer Gesundheil, mitBeraubung ihrer geziemenden Belustigungen,und Erduldung tausend fast unerträglicher Ver-drießlichkeiten, mit Gefahr des Lebens, unddekGemütl)s-Ruhe°.

10. Ja was thut man anders als durch an-dere 'lVore und kehren diesen S.ehr-Sayumzustossen- Wie ofte sagen die Lehrer, wennsie ausser denen cackeäer seyn: LVer Geldhat, hat alles. Wer Lein Geld hat, ist einxilarr. Wie mißbraucht man nicht ein anderSprichwort: Gut verlohren, Muth verloh-ren, Ehre verlohren, alles verlohren. Uni)wie drängen sich doch die Gelehrten, daß sie die-sen ihren allgemeinen Lehr-Satz um die Wettevrottituiren, wenn sie nachher Redens,Art