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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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62 Das von der grasten

meisten Feinde haben; wannenhero sie nichtuwbillig den NemmMen im Kriege zu vergleichensind»

Was aber die wahre und vernünftigeFreondsGafc belrift, die in beständiger Verei-nigung Meyer tugendhafter Gemüther bestehet»davon ist itzo nicht die Rede; fondern wir werde«bald sehen, daß ohne dieselbe die höchste Glücksee-iigkeit nicht bestehen könne.

iz. Die Freyheit dürfte uns etwas mehrerszu thun machen. Sie wird ja durchgehend^ für ein?unscbäybahres Gut gehalten. Ein leibei-gen er Sclave ist nach allen Rechten dem Viehsvder denen Todten gleich geachtet, was ist aberelender als ein Vieh oder ein todtes Aas? Und einjLmgekerckerter, noch viel mehr aber ein zureroigen Gefängniß Verdammter» ist lebendigrovt.

54. Aber kehre du dich hieran so bi'el alsnichts. Ist die Freyheit gleich ein unschäy--baresGut, so beweiset dieses doch nur so viel,daß sie allem Geld und Reichthum vorzuziehensey, nicht aber daß z. E. ein Unterthaner oderauch ein Leibeigener deßhalven elend sey. Dumagst noch so ftey seyn als du wilst, wenn du kranckbist, so ist ein gesunder Sclave viel glücklicherals du.

15. Wird gleich ein Sclave in denen bür-gerlichen Rechten den Todten gleich geachtet,sy gehet doch dieses nur die Freyheiten cm? die

denen