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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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Glückseligkeit des Mensche»,. 67

Leibes sind, da ist kein Mensch. Und wo in die-sen Theilen Leine Bewegung des Geblütesist, ist der Mensch todt, und folglich hat er auch kei-ne Sinnligkeiten und Vernunft mehr.

27. Ws Leine Bewegung in denen Senn-Adern mehr ist, können sich auch die äusserlich?.Gliedmasien nicht bewegen, ja der menschlicheCörpsr hat keine Empfindligkeit mehr. Wo aberder M.'nsc!) keine Bewegung und Empfindligkeitmehr hat, ist er todt. Und wie wvlte denn nun ineinem todten Menschen das Geblüte sich bewegen,in welcher Bewegung des Leibes Leben ist? Jawie wolle ein todter Mensch dencken und seine Ver-nunft brauchen.

-8- Zu gejchweigen, daß die Bewegung iltdenen Genn«Adern und BIut>Adernderge--stalt mit einander verknüpffet ist, und jenes, wennes recht gebraucht wird, auch dieses in seinem or-dentlichen Zustand erhalten hilft, und im Gegen?theil, wenn man die ausserliche Bewegung gar zusehr spahret, auch die Bewegung des Geblüts sto-cken und faul zu werden anfanget.

29. So ist auch, was die Vernunft befrist,bekant, daß nach unterschiedenen Att-n der Be-wegung in dem Geblüte die Gedanckcn Mun-ter oder verdrossen, und nach denen unterschie-denen Arten der Bewegung in denen ^^etsdie Gedancken begierig oi)er gleichgültig seyn,und also allezeit die menschliche Vernunft nachArt dieser beyderley Bewegung geändert wirkE - Was