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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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GlnckseelitMt des Menschen. 65

Verfertigung der Kinder im Mutter Leibs wohlsietswehrend unserer schwachen Vernunft un-erkandt bleiben wird. Wir wollen nur von de-nen sagen, die in Ohnmacht liegen. Beydiesen scheinet die Bewegung des Geblütesverschwunden zu seyn, und dennoch leben sie noch,weil sie nicht unter die Todten können gerechnetwerden. Alleine man muß einen Unterscheid un-ter einer langsamen und gar keiner Bewegungmachen. Das Gebint (wie auch nicht wenigeedie Bewegungs-Geisier) beweget sich bey denenin Ahnmacht liegenden sehr langsam, daß mansolche von aussen nicht empfindet; aber e6 bewe-get sich doch.

Gleichergesialt wenn einer vom Schlaggerühret wird, wenn der Schlug die Bewe-gung in denen Senn »Adern gantz aufhebet, soist der Mensch todt, schwächet er aber dieselbemir, oder verderbet sie in einem oder etlichen Glied-Massen, so bleibet der Mensch zwar noch am Leben,aber.mankan so denn dieses nicht für ein Exempelannehmen, daß der Mensch könne leben bleiben,wenn er gleich keine Bewegung in denen Senn-Adern Habs.

Z4- Ferner, närrische und rasende Ä.e»tehaben wahrhaftig eine Vernunft, sie geden-cken würcklich ( und wenn sie auch nicht ge-dächten , so bewegte sich doch ihre menschlicheSeele in ihnen, wie in denen kleinen Kindernmd harte Schlaffenden) aber sie gedenckcn ver-

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