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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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?i Das H. von der grasten

bald gewahr werden, daß auch diese Meinungden Stich nicht halten könne.

48. Zwar will ich darwider nicht anführen,daß dergleichen L.eute gemeiniglich etwas,>?-<?^«/^>c/ und ungewöhnliches von denengewöhnlichen Sirren an sich haben, undmanchmahlcn ein grosser Überfluß von der Er,mangelung des äecori be» ihnen anzutreffen sev.Denn zu geschweige«, was ich allbereit oben vondem Mangel des ciecori überhaupt angemerckethabe, so würden sich bey solchen Leuten Ursachengenug finden lassen, entweder diesen kleinen Fehlerzu entschuldigen, oder demselbigen die Artigkeitund denNutzen der von ihnen erfundenenWahrhei,ten entgegen ;u setzen. »

49. So will ich auch nicht erwehnen, daß dieseGelehrte gar selten Meister von ihren M-Kensind; sondern, ob sie schon gemeiniglich von dergrobe» Wollust befreyet leben, dennoch sich seltenmderUngedult, Zorn, Eyfer, Mißtrauen, Benei,dung und Ehr-Gierde bendigen können. Denndieses alles schemet feine Abfälle hin und wieder zuhi'.bm, nnd dcrowegen nicbt so wohl denen Wissen-schaften selbst, als deren Mißbrauch zu zuschreibenzu seyn.

50. Sondern ich will nur dieses erinnern,daß sich diese wackere Leute sebr bekriegen, wennsie meinen, sie hatten eine ruhige Selnsti,gunZ durch diese Wissenschaften erhalten, undkomm sich also zu der grösten Glückseligkeit

erhe-,