G!ücksee!ig?cit des Menschen. Z<
57. Wo wollen wir aber nunmehw die grvsteGlückseligkeit des Menschen suchen, nachdemselbige wever in dem Verstände noch dem Wil-len dev Menschen z!i finden ist, und wir nunmehrokeinen Theil des Menschen nicht mehr übrighaben? So wird vielleicht die grvste Glucksenligkeit nur in einer eiteien Einbildung und mblossen Gedancben bestehen?
s8. Du hast recht, mein Freund, ob du dichgleich sehr irrest. Es bestehet ja die grvste Glück--seeligkeit in denen Gedancken und in derEinbildung, ober nicht in blossen Gedan-cken und in einer eiteien Einbildung. Und sowenig als wir in der Vernunft-Lehre das wahrein denen blossen Smnligkeiten, noch in denenbloßen iäeis, sondern in beyden zugleich suchenmüssen, so wenig müssen wir auch die grvsteGlückseeligkeic in dem Verstände oder WillenMine, sondern in beyden zusammen, das ist, inder ZTleigung des Menschen und in denen dar- ,aus emstchenden Gedancken suchen; welchesbeyd-s zusammen man pfleget das Gemüthedes Menschen zu nennen.
5<>. Ohne die Gedancken hat der Menschkeine Empfindung auch von der gering-sten Glücks-eltgkeit, noch von einigem Un-glück, welches man gar leicht begreiffen kan,wenn man sich nur das Exempel eines neugebohr-nen Kindes, eines rasenden, Weines höchst truncke«nen und in einem sehr liessen Schlaffe liegenden
F 2 Mm