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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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chen Vereinigung entstehet, oder auch einesietewahrende- ckung dieser GemülhS-Ruhe,um dadurch anzuzeigen, daß diese Ruhe nicht ineiner Trägheit und Faulheit oder Mangel al-ler Bewegung, als welches alles böse Dinge seyn,sondern in einer muntern aber xroxorüonirlichenBewegung bestehe.

71. Wollest du dannenhero dieses gröste Gutdes Menschen mehr nach seinem Ursprung undWürckung als näch seinem Wesen benennen,kvntest du es eine vernünftige L.iebe hcissen;Denn die vernünftige Liebe ist nichts andersals eine Vereinigung derer Gemüther, diedas groste Gut besiyen, und darnach trach-ten.

72. Wir wollen aber von dieser vernunftigenLiebe etwas mehrers reden, um darzuthun, daßdas Wesen des Menschen, dadurch er von denbettien entschieden wird, so ferne das natürlicheLicht selbiges begrciffen kan. in nichts anders alsin einer tugendlichen Liebe anderer Men-schen bestehe, uud daß, man möge auch in de-nen Schulen von der rechten und verbothen^Selbst. Liebe reden, was man wolle, alle Men-schen , auch so Far die Lasterhaftesten,andere GescK^pH'e rrürcklich mehr liebenals sich selbst.

7?. Die />c/??'en haben alle und jede einen in-nerlichen Trieb sich selbstcn zu erhalten,und sich s- ldst das Vergnügen, dessen sie fähig

sind,