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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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sind, zu geben. Und ob sie schon nicht leichtlichandere beKien einerley Art und Geschlecht ver-letzen, so suchen sie doch auch nicht in dem Wohl-seyn der andern das geringste Vergnügen, weil sievon dem Schövffer zu keiner Gesellschaft unter sichgewidmet sind.

74. Aber der Mensch wäre shne mensch-Ziehe Gesellschaft nichts, nicht so wohl, wasdie Zeugung und Geburt!) belüft, weiche er in et-was mit denen dettien gemein hat, (wiewohldieZusammenfügung des Mannlcm und Weib-leins unter denen unvernünftigen Thieren nichtverdienet eine Gesellschaft genennet zu werden)als wegen der Auferziehung. Ein Mensch müsteverderben, wenn sich andere MenWcn nicht sei-ner annehmen; da hingegen die beKien MNothalsbald von der Geburl an Mselber forlhelffenkönnen.

75. Ein Mensch wäre kein vernünftigerMensch ohne, andere menschliche Gesell-schaft. Was wären ihm die Gedanckcn nütze,wenn keine andere Menschen wären? kvnte nichteben so wohl ein innerücher Trieb m seiner Erhal-tung genug seyn, wie bey denen bettien; DieGcdancken sind eine innerliche Rede: Worznbrauchte er diese innerliche Rede, wenn niemandwäre, mit dem er seine Gedancken communici-ren solle? Diese innerliche Reden prXlupx>oni-rct eine ä'.iFeiliche. lind wo wolle er also imm -jich mit sich reden,wenn nicht andere Menschcn,mic

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