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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
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5- Dass. H-VHtt der grDe»

gründen sich in der Vereinigung menschlicherGemüther. Ja er ist zur L.iebe ruhiger oderdie Ruhe suchenden Gemüther geschaffen;theils weil e? silier nach der Gemüths-Ruhe, alsnach seinem höchsten Gute trachten soll, alle Liebeaber sich auf eine Gleichheit, mit der geliebtenPerson gründet; theils auch, weil er sonst nichtwürde in Friede leben können, wenn er unruhigeGemüther liebte; denn wie wollen diejenigen,die innerlich mit sich selbst keinen Frieden haben,mit andern Leuten und äusserlich friedlich lebenkönnen?

81. Es folget hieraus, daß des Menschen höch-stes Gut darinnen bestehet, wenn es dem ansdern Menschen, den er liebet, roohlgehet,und daß ihm desselben <Llend mehr Mciretals sein eigenes, welt darinnen das Wesen allervernünftigen und menschlichen Liebe, so ferne sieder bettis.Iischen entgegen gesetzet wird, bestehet,und ohne diesen Merckmahl man nicht sagen kan,daß sich die Seelen zweyer Leiber mit einander ver-einiget haben.

8!. Und also liebet ein vernünftiger Menschallerdings andere Menschen mehr als sichselbst; und hat also gcmtz nicht zum Grunde sei-nes Thun und Lassens eine vernünftigeGeZbft-Z.iebe, (wie man sonsten in Schulenlehret) man wolte denn etwa dieses also ausle-gen und benennen, weil der Mensch durch dieLi-bc anderer Menschen, in denen er mehr als in

sich