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8?. Denn derjenige, der bey seiner Gemüths«Ruhe tugendhafcig, gesund, ms»/-^!ich, ge,ehrt und reich ist, auch seine Freyheit und vielFreude hat, der kan sich billig als einen voll?Kommenen glücklichen Menschen rühmen. Erist aber deshaiden nicht alsobald unglücklich, wennjhm dieses oder jenes von diesen jetzt erwehntenmenschlichen Gütern mangelt, sondern man mußden Unterscheid machen: Mangelt ihm nur einschlechter Zierath der grvsten Glöckseeligkeit,so ist er doch deswegen nicht elend oder unglücklich,(ja er darf nicht einmahl meinen, daß er nicht voll-kommen glücklich sey, wenn er nur dieGemüths-Ruheals die höchste Glückseligkeit besitzet,) son-dern er hat nur diese grvsteGlückseeligkeit nicht ineinem vollkommenen t^r^cl.
90. Mangelt ihm aber ein nothiges Stückeder Gemüths-Ruhe, so ist es entweder ein solches,durch dessen Entnehmung er der Gemülhs'Ruhevöllig beraubet oder entblvsset wird, oder einsolches dadurch er in seiner Gemüths-Ruhe nurein wenig zerstöret wird. Auf die ersteWeise wird er unglücklich oder elend, undhat das grvste Unglück auf dem Halse: Auf dieandere Weise ist er zwar nicht unglücklich nochelend, aber er kan sich doch auch nicht vor völligglücklich halten.
91. Derowegen last uns nunmehro die ober-zehlten Arten der menschlichen Güter betrachten,lim zu sehen, welche von Henenlelben noehi-
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