199
(Alexander Dumas ' Mutter.) In dem soeben im Verlage von KaimanLävy erschienenen „Werke Alexander Dumas 'letzte Jahre" (Jahr 1864 bis 1870) erzähltder Verfasser Herr Gabriel Ferry Einiges über die bis jetzt wenig bekannte Mutter desjüngeren Dumas, der Verfassers der „Kameliendame". Dumas Vater lernte MadameL ..... im Jahre 1824 kennen, als er eben von Villes les Cottöres kommend, inden Bureaux des Herzogs von Orleans, nachher Louis Philippe , als Schreiber beschäftigtwar. Madame L . . . . . war bereits verheirathet, aber auf gütlichem Weg von ihremManne, einem Notar in Nouen, geschieden. Der Zufall fügte es, daß sie in demselbenHause wohnte, wie Dianas und seine Mutter. Beide Nachbarn gefielen sich und diesemVerhältnisse ist der heutige Akademiker entsprossen. Alexander Dumas lebte in fast voll-ständiger Gemeinsamkeit mit der Mutter des kleinen Alexander, bis ihm seine erstendramatischen Erfolge die vornehmsten Kreise der Pariser Gesellschaft eröffneten. DerKnabe blieb bei der Mutter bis zu seinem achten Lebensjahre. Um zu leben, hatteMadame L .. ..., die zu stolz war, die Hilfe ihres Geliebten in Anspruch zu nehmen,eine Stelle in einem großen Crziehnngs-Jnstitut inne, die ihr gestattete, nicht nur eineanständige Existenz zu führen, sondern noch Ersparnisse zurückzulegen. Sie brachte ihremSohne den Ordnungssinn und die Grundsätze ernster Lebensauffassung bei, welche einenso grellen Kontrast zwischen dem Verfasser der „Dcmimonde" und jenem der „DreiMusketiere" schufen. Im Jahre 1832 übernahm Dumas Vater die Erziehung des Knaben,er übergab ihn einem Schriftsteller Namens Goubaux, der ein Institut errichtet hatte.Mit diesem Goubaux zusammen verfaßte Dumas eines seiner besten Stücke: „Richardd'Harlington." Der Autor von Dumas ' letzte Jahre" erzählt ferner, daß nachdem erseine Erziehung beendet, der junge Dumas bei seinem Vater lebte, der damals am Zenithseiner Berühmtheit und Popularität ein luxuriöses Leben führte. Da kam die Revo-lution von 1848. Das von Dumas gegründete und geleitete „Theatre Historique "gerieth in Konkurs und es war dem Vater nicht mehr möglich, den Sohn pekuniär zuunterstützen. Da kam Madame L . .... ihren, Sohn zu Hilfe. Sie lebte sparsam aberanständig in einem kleinen Apartement der Rne Pigalle. Sie nahm ihren Sohn auf,ermunterte ihn und unterstützte seine Bestrebungen, sich eins unabhängige Existenz zugründen. Damals entstand „Kameliendame " und bis dieses Stück mit kolossalem Erfolgausgeführt war, mußte die Muttter manchmal ökonomische Wunder wirken, um ihre undihres Sohnes Subsistcnz zu sichern. Madame L . . . . . starb in, Jahre 1868, zweiJahre früher als Alexander Dumas , mit dem sie sich ausgesöhnt hatte.
(Die nachstehende Zusammenstellung des Lebensalters hervor-ragender Tonkünstler) dürste anläßlich des Todes Richard Wagners von Interessesein. Franz Schubert erreichte ein Alter von 31 I. 9 M. 18 T.; Bellini 33 I. 10 M.22 T.; Mozart 35 I. 10 M. 8 T.; Mendelssohn - Bartholdtz 38 I. 9 M. 1 T.;Nikolai 38 I. 11 M. 2 T.; E. M. v. Weber 39 I. 5 M. 18 T.; Herold 41 I.
11 M» 21 T.; Schumann 46 I. 21 T.; Lortz'mg 47 I. 2 M. 28 T.; Donizetti 49
I. 6 M. 14 T.; Adam 52 I. 9 M. 9 T.; Mehul 54 I. 3 M. 24 T.; Beethoven56 I. 4 M. 11 T.; Halevy 62 I. 9 M. 12 T.; Bach 66 I. 2 M. 7 T.; Marschner66 I. 3 M. 28 T.; Conradin Krcutzer 67 I. 22 V.; Richard Wagner 69 I. 8 M.22 T.,' Flotow 70 I. 8 M. 22 T.; Spontini 72 I. 1 M. 20 T.; Meyerbeer 72 I.7 M. 27 T.; Gluck 73 I. 4 M. 13 T.; Handel 74 I. 1 M. 21 T.; Spohr 75 I.
6 M. 17 T.; Rossini 76 I.; 8 M. 15 T.; Haydn 77 I. 2 M.: Cherubin, 81 I.
6 M. 7 T.; Auber 87 I.
(Zur Beherzigung zur Concert- und Theaterbesucher) erzählt die„Saale-Ztg." folgende Reminiscenz: Am 24. März 1835 war Nikolaus Lenau in München ,wo er Abends im Odeonsnale einem Concerte von A.rtot, erstem Geiger des Königs vonBelgien, beiwohnte. An, 27. März schrieb er an die Hofräthin Neinbeck in Stuttgart :„War auch das Spiel dieses außerordentlichen Virtuosen groß und herrlich und nament-lich sein Adagio wahrhaft bezaubernd, so mußte er dennoch die Kränkung erfahren, daß