Antiqlimischcr Briefe drcyjchiitcr. 43
kclmann selbst, und zuerst verwechselt; seine Verwechslung hatdie mcinigc veranlaßt.
Kein Mensch wird das von Hr. Winkclinanncn glaubenwollen: aber dem ohngcachtct wohl von mir. Denn ich, ichbin nicht in Italien gewesen; ich habe den Fechter nicht selbstgesehen! — Was thut das? Was kömmt hier auf das selbstSehen an? Zch spreche ja nicht von der Kunst; ich nehmeja alles an, was die, die ihn selbst gesehen, an ihm bemerkthaben; ich gründe ja meine Deutung auf nichts, was ich alleindaran bemerkt haben wollte.
Und habe ich denn nicht Kupfer vor mir gehabt, in wel-chen die ganze Welt den Borghesischcn Fechter erkennet? Oder istes nicht der Borghcsische Fechter, welcher bey dem Pcrrier (Taf.20. 27. 28. 29.) von vier Seiten, bey dem Maffci (Taf. 76.70.)von zwey Seiten, und in dem lateinischen Sandra« (S. 08.)gleichfalls von zwey Seiten erscheinet? Diese Blätter, erinnereich mich, vor mir gehabt zu haben; den Milcs Nelcs in demFlorcntinischcn Museo hingegen nicht: wie ist es möglich, daßich beide Figuren dem ohngcachtct verwechseln können'?
Endlich, worinn habe ich sie denn verwechselt? Man ver-wechselt zwey Dinge, wenn man dem einen Eigenschaften bey-legt, die nur dem andern zukommen. Welches ist denn dasEigene des MilcS Velcs, das ich dem Borghesischcn Fechter an-gedichtet hätte? Weil beide einen ähnlichen Ausfall thun: sohätte ich sie verwechseln können; aber muß ich sie darum ver-wechselt haben?
Zch werde die erste Gelegenheit crgrciffen, den GöttingischenGelehrten inständigst um eine nähere Erklärung zu bitten.
Was noch überhaupt gegen meine Deutung jenes sogenanntenFechters bisher erinnert worden, ist nicht von der geringsten Erheb-lichkeit. Man hätte mir etwas ganz anders einwenden können:und die Wahrheit zu sagen, nur diese Einwendung erwarte ich,um sodann entweder das letzte Siegel auf meine Muthmas-sung zu drucken, oder sie gänzlich zurück zu nehmen.