44 Antiquarischer Briefe vierzehnter und fünfzehnter.
Vierzehnter Brief.
Und nun fragen Sie mich: was ich von dem Bliche desHrn. Klotz überhaupt urtheile?
Wollen Sie auch glauben, daß ich ohne Groll urtheile?daß ich nicht anders urtheilen würde, wenn er mich eben so oftdarin» gerühmt hätte, als er mich getadelt hat?
So urtheile ich: daß das Buch des Hrn. Klotz „über denNutzen und Gebrauch der alten gcschnittncn Steineund ihrer Abdrücke" ein ganz nützliches Buch für den seynkann, welcher von der darinn abgehandelten Materie ganz undgar nichts weiß, und sich in der Geschwindigkeit eine MengeZdccn davon machen will, ohne daß ihm an der Deutlichkeitund Richtigkeit dieser Zdcen viel gelegen ist.
Wenn Marictte, wenn Eaylns, wenn die Ausleger und Be-schreibet der verschiednen Daktyliothcken, wenn Winkclmann undLippcrt das ihrige zurück nehmen, so stehet die Krähe wieder da!
Hätte Hr. Klotz blos aus fremden, seltnen Büchern zusam-men getragen: so könnten wir ihm noch Dank wissen. Wasein Deutscher einem Ausländer abnimmt, sey immer gute Prise.Aber sollte er seine eigene Landslcutc plündern ? —
Erlauben Sie mir, Ihnen die nähern Erörterungen hier-über nach und nach zukommen zu lassen.
Fünfzehnter Brief.
Sie scheinen, zur Entschuldigung des Hrn. Klotz, zu glau-ben, daß man in dergleichen Dingen nichts anders thun könne,als zusammen tragen.
Doch wohl! — Und wenigstens kann man als ein denken-der Kopf zusammen tragen. —
Hr. Klotz hat auch selbst geglaubt, daß sich etwas mehrdabey thun lasse; und hat sich sogar geschmeichelt, etwas mehrgethan zu haben. „Der Gebrauch der Quellen, sagt er (°), die„Anordnung der Sachen, und einige eigene Bemerkungen wcr-„den diesen Aufsatz gegen den Vorwurf der Compilation schützen."
(°) Seite 16.