Antiquarischer Briefe fmifzehnter.
Einige eigene Bemerkungen? klingt bescheiden genug! Aberwelches diese eigene Bemerkungen sind, kann man nicht ehersagen, als bis man die fremden und geborgten davon abgeson-dert hat. Was übrig bleibt, ist freylich sein!
Die Anordnung der Sachen? — Mit dieser ist es nichtblos gethan, um aus einem Compilator ein Autor zu werden.Seine eigene Ordnung hat jeder Compilator.
Der Gebrauch der Quellen? — Auch der Compilator solltediese, wenigstens vcrificiren. —
Und ist es auch wahr, daß sie Hr. Klotz immer gebrauchthat? Lassen Sie uns doch eine Seite, wie sie mir in die Handfällt, untersuchen.
„Die geschnittenen Steine, schreibt Hr. Klotz machten„noch einen andern Theil des Schmuckes aus. Das Frauen-zimmer suchte verschiedentlich ihrem Putze dadurch einen gros-„scrn Glanz zu verschaffen. Hierzu nahm man die erhaben ge-schnittenen Steine, und eine gute Vereinigung dieser vortrcf-„ lichcn Werke mit dem übrigen Schmucke, mußte in den Augen„der Zuschauer eine ungcmein schöne Wirkung thun."
Hierüber führt Hr. Klotz den Bartholinus an. (°") DenBartholinus! Ist Bartholinus eine Quelle? Er hätte die ent-scheidendste von den Stellen der Alten anführen sollen, auf diesich Bartholinus gründet.
Hr. Klotz fährt fort: „Auch das männliche Geschlecht be-setzte die Kleidung mit Steinen;" und beruft sich dcsfallsauf den Claudian. (*^) Mx,- bey dem Claudian , ist nichtdie geringste Spur von geschnittenen Steinen; der Dichter redetblos von Togen, von Harnischen, von Helmen, von Gchenkenund Heften, von Kronen, mit Edelsteinen besetzt; es kann wohlseyn, daß unter diesen auch geschnittene waren; aber das istnur zu vermuthen, und von dieser Vermuthung muß Claudian nicht Gewähr leisten sollen.
„Caligula , fügt Hr. Klotz hinzu, ahmte in diesem Stücke„der Verschwendung des weiblichen Geschlechts nach." Und das
(°) S. 22.
l") »e ^imillis vewr. p. 13. 35.(°°°) ve Iiümlil). 8lU. I.ili. II. v. 89.