4l> Aittiqimnschcr Briefe fnnszchntcr.
soll Svctonius (") versichern. Aber das Zeugniß des Svcto-nius ist hier gedoppelt gemißbraucht. Denn einmal redet Svc-tonius gleichfalls blos von Edelsteinen, die Caligula sogar ansseinen Reise- und Rcgcnklcidcrn getragen, (gommat-ls, incintus^venuws) und daß es geschnittene Edelsteine gewesen, ist derZusatz des Hrn. Klotz. Zwcytcns sagt auch Svcton nicht, daß Ea-ligula hicrinn der Verschwendung des weiblichen Geschlechtsnachgeahmt: denn er sagt weder, daß das weibliche Geschlechtsich einer solchen Verschwendung in geschnittenen Steinen schul-dig gemacht, noch daß es Caligula ihm darinn nachgcthan. DerveMtus nvn virilis, den Svcton dem Caligula zur Last legt,bezicht sich nicht ans dcn Gebrauch der Edelsteine, sondern an-derer Kleidungsstücke, die dem weiblichen Geschlechte eigen wa-ren; auf die Cyklas, auf dcn Soccus.
Nun sagen Sie mir: heißt das Quellen brauchen? Ist esgenug, um dieses von sich zu versichern, daß man den unterstenRand des Blattes mit Namen klassischer Schriftsteller umzäunt?Oder muß man diese Schriftsteller auch selbst nachgesehen ha-ben, und gewiß seyn, daß sie wirklich das sagen, was man siesagen läßt?
Einige Seiten vorher, schreibt Hr. Klotz: „um dcn Ring„dcs Prometheus, von welchem man den Ursprung der in Ringe„gefaßten Steine hergeleitet hat, bekümmere ich mich nicht."Sehr wohl! Aber warum führt er dieses Rings wegen dcnJsidorus an? Man muß dcn Zsidorus oft anführen, weil ernicht selten Vüchcr gebraucht hat, die hernach verloren ge-gangen. Aber warum hier? Hier ist Zsidorus dcr wörllichcAusschrcibcr dcs ältern Pliniusz Plinius ist hier die Quelle ("),und diesen hätte Hr. Klotz anführen müssen.
Es ist ein seltsamer Kniff mehrerer Gelehrten, über die be-kannteste Sache gerade den unbekanntesten Schriftsteller anzufüh-ren; damit sie ihre Nachrichten ja auS recht besondern Quellenzu haben scheinen.
Ein anderer ist dieser: daß sie, anstatt den Hauptort anzu-führen, wo von der Sache, die sie erörtern wollen, gcflisscnd-
(°) I» l'klix. e. 5Z>
(°°) I.ilir. XXXIII. 8ecl, 4. » I.il>r, XXXVII. See«. I.