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Antiquarischer Briefe »eunzchntcr.
Eben so wenig sage man mir von ihrer Dichtkunst! Sie hat-ten ja nicht einmal ein Wort in ihrer Sprache, einen Dichteranzudeuten.
Hingegen ist aus eben diesem Grunde klar, daß wir Deutscheganz andere Architekten und Poeten haben müssen.
Nur fällt mir ein, — kaum getraue ich mir aber gegeneinen Lateiner, wie Herr Klotz ist, einen solchen Einfall vorzu-bringen — ob es auch wirklich wahr ist, daß die Römer keinWort in ihrer Sprache gehabt, einen Steinschneider anzudeuten?
SiMisrius, worüber sich Hr. Klotz in der Note allein aus-läßt, mag es freylich nicht seyn; und besonders mag es, mit?Ii»tursriu8 verbunden, (nicht ^latuarlus, wie Hr. Klotz zwcy-mal mit grossen und mit kleinen Buchstaben drucken lassen)wohl etwas ganz anders hcisscn. „Hr. Walch, sagt Hr. Klotz,„erklärt es richtiger durch tiZnoium ttatuarum«ni<z vx motallo„talo ksbrioator." Es kann seyn; aber warum denn ebenHr. Walch? Schon in Fabers Thcsauro war es durch«v6z>c«v?ozroiot; erklärt. Ich für mein Theil möchte indeß dieMeister grosser Werke nicht anders darunter verstehen, als inso fern ein Künstler, der das Grosse zu fertigen weiß, auch dasKleinere dieser Art machen kann. Denn für jenen war das WortLtatuarius insbesondere; und der SiZilliarius, denke ich, beschäf-tigte sich allein mit den kleinen Kunst- und Spiclwcrkcn, welchedie Römer zum Bcschluße der Sarurnalien einander schickten,und welche nach dem Savot und Nink, größtenthcils ausMedaillen bestanden.
Aber was hat Hr. Klotz gegen das Wort Sealptor? Zchsollte meinen, es wäre ausgemacht, daß es in dem eigentlichstenVerstände einen Steinschneider bedeute. (°) Bey dem PliniuSbedeutet es ihn gewiß, so oft es allein steht; und wenn er eine an-dere Art Künstler damit anzeigen will, so setzt er die besondereMaterie, in der er arbeitet, hinzu. Er sagt, keulntoros etjttctores live cilio utuotur oculorum caukii; er sagt, illlaniantiscrutti« exjiotuiiwr ir 1oill^t»rll)us, torrvijuv iiielucluntur: hingegen
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