Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
72
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Antiquarischer Briefe drey und zwanjigster.

Aus der Anmerkung des Plinius (^), daß die Eitelkeit, sichmit vielen glänzenden Steinen zu schmücken, bey den GriechenAnfangs den Flötenspielern eigen gewesen, glaube ich eineStelle des Aristophanes besser zu verstehen, als sie von al-ten und neuen Auslegern verstanden worden. Wenn nehmlichSokratcs den Strepsiadcs bereden will, daß die Wolken wirk-liche Gottheiten wären, so macht er ihm eine Menge Personennamhaft, die alle durch sie lebten; Sophisten, Wahrsager,Aerzte, Zcpzioc^o^x«?/«^^^«-,' u. s. w. Dieses Wort be-deutet, nach seiner Zusammensetzung, Leute, welche ihre Fingerbis an die weisscn Nägel mit Stcinringcn bestecken: und manhat nichts als «o-wT-oi^, Weichlinge darunter verstanden; wiees denn auch die Dacier blos durch IZI7omin<-s übersetzte.Doch, wenn man erwägt, daß es unter Namen von Leutensteht, welche irgend eine windigtc, betricgcrischc, eitle Kunsttreiben, und sich erinnert was Plinius , in Rücksicht auf diedamaligen Sitten, tiliiclnum gloiia tumers nennt: so ist wohlkein Zweifel, daß Aristophanes mit dieser komischen Benennungdie Flötenspieler anstechen wollen.

Auch davon, daß erst in den Zeiten des PcloponncsischcnKrieges, sich die Griechen der geschnittenen Steine zu Siegelnzu bedienen angefangen, glaube ich in dem Aristophanes dieSpur gefunden zu haben. Denn unter andern Dingen, welcheer die Weiber in seinen Thcsmophoriazusen dem Euri-pidcs zur Last legen läßt, ist auch dieses, daß er die Männergelehrt habe:

K-ptirr^x?' o^p«^6t«L^«iji«^i.xvov?.

Vordem hätten die Männer sich nur ganzer schlechter Schlüsselund Ringe bedient, wenn sie etwas verwahren wollen; die

(*) Ilie (lsme»i»i>) videlur iiitliluille, >tt oimx-s mutw»: ailit, lülv«tiioyuv vklenlslione vvnsüreiUur, >lU!iU»m lu» vxeiiipli!« initio vo-

lumlinu vliliUis ilckverku« Mos, <l»i M>i Ii-Ulu vtwiili»li»uem utt>»lilm e»» lUiieinum glvii» IlUUviv I. e.

(°°) Kuli. V. 33t.

(°°°) v. 435. 36,