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Antiquarischer Briefe vier und zwanjigsicr.
„Steinschneiders sich auf eine Art daran gezeigt hätte, die nns„unterrichten oder ergötzen könnte." Denn bey einem solchenEifer für das Schöne der Kunst, als er den Alten beylegt,hätte dem Liebhaber kein Stein zu kostbar, und dem Künstlerkeiner zu hart seyn müssen. Doch in diese ZnconscPienz mußteHr. Klotz fallen: also nichts weiter davon!
Nur hätte er sich die Ungereimtheit der andern Hälfte sei-nes Zusatzes ersparen können: „am seltensten mit dem Rubin,„wegen seiner Härte und grossem Werthe." Denn das heißt,die Zeiten gewaltig verwechseln; das heißt sich einbilden, daßeben der Rang, daß eben die Schätzung, die wir itzt den Edel-steinen geben, ihnen auch von den Alten gegeben worden; dasheißt, schlechterdings nicht wissen, was jeder wissen kann, derseinen Plinius fleißiger gelesen, als Hr. Klotz.
Wenn nehmlich gleich itziger Zeit der Rubin die nächsteStelle nach dem Diamante behauptet: so hat er sie doch nichtimmer behauptet, sondern das Alterthum ertheilte sie demSmaragde, lertla imetoritas, sagt Plinius , nachdem er dieerste Würde dem Diamante, und die zweyte der Perle, nachdem einstimmigen Urtheile seines und aller vorigen Zeitalter,zuerkannt hatte, tertia auotmütas tmarag^is porliidvtur pluriduscle caulls. i/) Folglich hätte es Hr. Klotz gerade umkehren undsagen müssen, daß, wenn die Alten nur selten in Rubin undSmaragd geschnitten, sie es am aller seltensten in den letzter!?,,und nicht in den erstem, dürften gethan haben; denn nichtden Rubin, sondern den Smaragd setzten sie, unter andernUrsachen, auch wegen seiner Härte, gleich nach dem Diamante.Aon derjenigen Gattung des Smaragds , welcher aus Scythicnund Acgyptcn kam, sagt Plinius ausdrücklich: lnwrum äuntiataota ett, ut vvWeant vulnoi-ari. Die Rubine hingegen, scheinenihm nur wenig bekannt gewesen zu seyn, und weder die Grie-chen wissen von ihrem ^.vA-p«^, noch die Römer von ihreml^rbuneulus etwas zu sagen, was dem Smaragde im geringstenden Borzug streitig machen könnte.
Hierzu kömmt noch dieses: der Smaragd war bey den Al-ten nicht allein in Höhcrm Werthe, als der Rubin , sondern es
(°) XXXVll. lvet. tö.