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Antiquarischer Briefe acht und zwanzigster.
daß Natter, nach dem, was ich von ihm angeführt, nothwen-dig für Christs Meinung seyn mußte, und es Christ also nichtverdient hat, daß ihm Hr. Klotz dcssalls so verächtlich begegnet.
Müßte es Hr. Klotzen wohl einkommen, sich gegen diesenMann zu messen? Gleichwohl ergreift er jede Gelegenheit, ihnzu mißhandeln. Ich mag noch von Christen lesen, was ichwill: ich lernt immer etwas. Es sollte mir lieb seyn, wennich das auch von denen sagen könnte, die itzt so verächtlich aufihn zurückschicken. Wie viel lieber wollte ich seine kleine Ab-handlung luper (Zvmmis gedacht und geschrieben, als zehn solcheBüchclchcn, von dem Nutzen und Gebrauch der alten geschnitt-nen Steine, zusammen gelesen haben.
Acht und zwanzigster Brief.
Nachdem ich mich Christs angenommen, kann ich nicht um-hin, auch für den Plinius ein Wort zu sprechen.
Hr. Klotz weiß sich mit den Stellen des Plinius , wo erdes Steinschneidens erwähnt, nicht anders zu helfen, als daßer behauptet, Plinius sey von dieser Kunst nicht unterrichtetgewesen, er habe aus Unwissenheit, wie die Steinschneider inihrer Kunst verfahren, so und so geschrieben.
„Freylich, fügt Hr. Klotz hinzu, (") wird diese Kühnheit„diejenigen beleidigen müssen, welche in den alten Schriftstel-lern keine Fehler finden wollen, und ehe sie diese zugeben, lie-„ber auf Unkosten ihrer eignen Ehre die seltsamsten Erklärun-gen und Vertheidigungen unternehmen. Aber unparthcyischc„Kunstrichter, welche sich überzeugt halten, daß man an je-„mand Fehler finden, und seine Einsichten und Verdienste doch„zugleich hochschätzen könne, werden wider diese Muthmassung„desto weniger aufgebracht werden, je mehr sie Bewegungs-gründe, ein solches Urtheil zu fällen, und Entschuldigungen„für den, welcher es ausspricht, auch bey dem Plinius, dessen„grosse Gelehrsamkeit sie übrigens mit Recht verehren, gefun-den haben."
Geschwätz, das nur abzielen kann, nähern Untersuchungen