Antiquarischer Briefe drey und dreyßigster.
Drey und dreyßigster Brief.
Wenn ich gesagt, daß die alten Künstler das Diamantpul-ver wohl nicht gebraucht haben dürften, weil die Diamantevor Alters noch weit seltner, weit kostbarer gewesen, als sieitziger Zeit sind: so würde man diesen Grund freylich um soviel mehr auch gegen die Diamantsplitter anwenden können.Wie viele Diamante hätten sie oft zerschlagen müssen, ehe sicheiner, wie sie ihn brauchten, fand!
Plinius scheinet ihre Seltenheit durch das vxpotunwr arcslptorikus selbst anzudeuten. Sie waren so gemein nicht,daß sie jeder Artist leicht haben konnte. Vielleicht, daß manchesich ohne sie behelfen mußten.
Aber was thaten diese? Mußten sie folglich alles durchdas Rad vollführen? Nach dem Plinius nicht. Zn Ermang-lung des Diamants, fand sich ein andrer Stein, dessen Split-ter das nehmliche verrichteten. Er sagt von dem Ostracitis: l^)llurior! tant» inest vis, ut i>ÜN gemm-o k-slpantur liaZruvn-tis Hus.
Ich getraue mir nicht zu sagen, was dieses für ein Steingewesen, wie er itzt heissc, wo er zu finden: aber wird deswe-gen das Vorgeben des Plinius ungewiß, oder gar falsch?
Was er dort oruttas nannte/ nennt er hier fragmenta:und dieses Wort kann eben so wenig als jenes, Pulver vongenanntem Steine bedeuten. Das Nehmliche also, mit so ähn-lichen Worten, von zwey verschiedncn aber zu einerley Zweckedienlichen Dingen behauptet: zeiget, daß Plinius seiner Sachehierinn sehr gewiß gewesen.
Er hat sich in das Mechanische keiner einzigen Kunst tiefereingelassen; und, alles zusammen genommen, kann ich behaupten,
Diamante durchbohrt werden könne; die andern könnten nur durch Bocksblutüberwältigt werden.
2. Weil er nicht allein von diesen andern, sonder» auch von noch mehrEdelsteinen sagt, daß sie sich durchaus nicht schneiden lassen; z. B. von denScvthischcn und Acgvvtischc» Smaragden, yuvrum amMs tsnis, «N, utneyueiU vulner»ri." I. jLscheilburg.
(') !/>>>. XXXVll. leel, 65.