Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
111
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Antiquarischer Briefe sieben und dreyßigstcr. 111

Sonach: wenn man den Borghcsischen Fechter, den ich fürden Chabrias halte, nicht dafür erkennen will; was kann ich da-wider haben? Und weitn man mich wirklich überführt, daß eres nicht seyn könne; was kann ich anders, als dem danken, dermir diesen Irrthum benommen, und verhindert hat, daß nichtauch andere darein verfallen? Aber wenn man sagt, der Bor-ghcsischc Fechter, den ich zum Chabrias machen wolle, sey nichtder Borghesische Fechter : so ist das ganz ein anderes. Dorthabe ich mich gcirrct, indem ich die Wahrheit suchte: und hierhätte ich als ein Geck in die Lust gesprochen. Das möchteich nicht gern!

Doch, wie gesagt, es ist nicht geschehen; der GöttingschcGelehrte hat auch gar nicht sagen wollen, daß es geschehensey; nur Hr. Klotz hat, ohnstrcitig aus eigner Erfahrung, ei-nen solchen Blundcr für möglich halten können; jener würdigereWidersacher hat blos sagen wollen, daß meine Deutung besser aufeine andere Statue, als auf die, von der ich rede, passen dürfte.

Doch auch hierauf, wie Sie werden bemerkt haben, schei-net er nicht bestehen zu wollen. Denn auf der einen Seite er-klärt er sich, daß die Stellung des Milcs Velcs gleichfallsnicht vollkommen der Beschreibung des Nepos entspreche, indemdas obolxo Zvnu Icuto, nach der gemeinen Auslegung, eben sowenig von ihm, als von dem Borghesischen Fechter gelte: undauf der andern räumt er ein, daß der stehende Stand desBorghesischcn Fechters sich mit den Worten des Nepos eben sowohl zusammen räumen lasse, als der kniende des Milcs VelcS.Er hält sich auch in der Folge lediglich an meine Deutungselbst, und zeigt blos umständlicher und genauer, warum diesenicht Statt haben könne, ohne sie weiter seiner FlorcntinischcnStatue zueignen zu wollen. Denn lesen Sie nur:

Nun bleiben aber doch gegen die andere von Hrn. Lcssingvorgebrachte Meinung, daß der Borghesische Fechter den Cha-brias vorstellen solle, folgende Schwierigkeiten übrig, welcheder Recensent damals freylich nicht beybringen konnte. Neposbeschreibt die Stellung der Soldaten des Chabrias so, daß sieeinen Angriff des eindringenden und anprallenden Feindes ha-ben aufhalten wollen: reliyuam plialanZvm loco vetuit eoäere,