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Antiquarischer Briefe sieben und dreyßigstcr.
„ vlimxosMv ALnu scnto ^ro^oeta<j>uo kiatta imjiotum oxel^vro I»o-^ktlum clocnlt. Der natürliche Verstand der Worte scheinet der„zu seyn, daß die Soldaten das Knie an den Schild anstemmen,„und so den Spieß vorwärts halten mußten, daß der Feind„nicht einbrechen konnte. Diese Erklärung wird durch die bci-„den Parallelstcllcn im Diodor und Polyän, und durch die Lage„der Sache Mit den übrigen Umständen selbst, bestätiget; denn„der Angriff der Lacedcmonier geschah gegen die auf einer An-„höhc gestellten Thcbaner. (Vergl. Xe-iopu. ker. <Zr. V. 4. 60.)„Hiermit scheinet der Borghesische Fechter nicht wohl übereil»„zu kommen, dessen Stellung diese ist, daß er nicht sowohl„den Angriff aufhält, als selbst im lebhaftesten Ausfalle be-griffen ist; daß er den Kopf und die Augen nicht vor- oder„hcrabwärts, sondern aufwärts richtet, und sich mit dem auf-wärts gehaltenen Schilde vor etwas, das von oben herkömmt,„zu verwahren scheinet; wie nicht nur das Kupfer zeiget, son-„dcrn auch Hr. Lessing im Laokoon selbst die Beschreibung mit„Winkclmanns Worten anführt. Herr L., der diese Unähnlich-weiten gar wohl bemerkt hat, schlägt vor, die Stelle im Ne-„pos durch eine andere Interpunktion der Stellung des Bor -„ghesischcn Fechters näher zu bringen. Dem sey also: aber„auch dann wissen wir weder die Stelle im Diodor und Po-„lyän, noch die Stellung beider Heere, noch das loeo vetuit,, eeclere, das pro^oeta nat"ta, das imnvtum vxeipore Iiot"tium„damit zu vereinigen. Doch alles dieses muß Hr. L. nicht„als Widerlegung, sondern als Schwierigkeiten ansehen, die„er in der Folge seiner Briefe vielleicht aus dem Wege räumen„wird. Denn sonst würden wir noch anführen, daß der ganze„Körper des Borghefischen Fechters in unsern Augen den gan-„zen Wuchs und Bildung, die Haltung und Stellung eines„Fechters, aber gar nicht das Ansehen eines atheniensischen Feld-herrn hat. Aber nach Kupfern läßt sich so etwas nicht beur-theilen, und hiebe» könnte die Aorstcllungskraft sehr verschieden„seyn. Noch müssen wir gedenken, daß wir vor einiger Zeit in„Hrn. Pros. Sachsens zu Utrecht Abhandlung clo vva ^nZo-„rooa p. 7. den Steil, im Nut. ?Ior. II. tab. 26.1.2. gleich-falls mit dem Chabrias verglichen gefunden haben."