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Antiquarischer Briefe zwey und vierzigster.
Hr.Klotz weis nicht, was cr will; seine Fehler, die nur seineFehler sind, sind so armselige Fehler, daß sie auch nicht einmalAnlaß geben, etwas Eigenes anzubringen. Um sie in ihr Lichtzu stellen, muß man fast eben so trivial und langweilig wer-den, als cr selbst ist.
Zwey und vierzigster Brief.
Nicht wahr? Nun glauben Sie mich ertappt zu haben!Wie ungerecht ich doch bin; und zugleich wie unvorsichtig! Al-les, was ich in meinem Vorigen an Hrn. Klotzen tadle, hatnicht Hr. Klotz, sondern Hr. Lippcrt gesagt. Herr Klotz hat,nach dem Rechte, das ihm als Eommentator des Hrn. Lippertszustand, diesen blos ausgeschrieben.
Das hat cr freylich. Aber gleichwohl ist cs falsch, daß ichin dcm Ausschrcibcr den Ausgcschricbncn getadelt habe. AlsHr. Klotz Lippcrtcn plünderte, entwandte cr nur LippcrtscheWorte und Redensarten; der Sinn darum war ihm zu schwer;den konnte er nicht mit fortbringen; den ließ cr, wo cr war.
Das soll sich gleich zeigen. Lassen Sie uns nur Hr. Lip-pcrtcn selbst hörcn, wie er sich übcr dcn Nutzen der schildförmi-gen Steine erklärt.
Die Hauptstcllc ist in seinem Vorbcrichte, wo cr vondem gänzlichen Mangel der Pcrspcktiv auf alten Kunstwerkenredet, dabey aber des Vortheils erwähnt, wodurch in erhabnerArbeit das Auge noch cinigcrmaaßen betrogen, und jenem Man-gel in etwas abgeholfen werde. Dieser besteht, wic bekannt,darinn, „daß die voranstchcndcn Figuren stärker und erhabner,oder bey geschnittenen Steinen tiefer herausgchohlct, die hinternaber flächcr gearbeitet sind, so wie sie mehr oder weniger ent-fernt scheinen sollen." Und nun fährt cr fort: „Ein andrer„Vortheil that bey geschnittenen Steinen noch mehr; sie nah-„men einen hohen und schildförmig geschliffenen Stein, in wcl-„chcn sie auf oberzähltc Art die Figuren cinschnitten; die Fläche,„welche nun im Abdruck hohl crschicn, machte, daß die Nebcn-„figurcn, wie von der Seite oder herumgcstellct und von deredi > .-5ml»rK m,m Vwchk'.nikm-Snn- ?iD m'stM i<7<
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