444 Antiquarischer Briefe fünf und vierzigster.
überhaupt zu reden, ungeschnitten gelassen? Zn was für con-cavc Gemmen haben sie denn sonst zu schneiden, großes Belie-ben getragen?
Denn ich will eben nicht sagen, daß es durchaus ganz undgar keine geschnittene Steine von concavcr Fläche gegeben. Esgiebt deren noch. Von einigen habe ich, — wenn ich michrecht erinnere, — irgendwo bey dem Verton gelesen, und einPaar habe ich selbst vor mir, da ich dieses schreibe. Aber daskann ich sagen, daß sie äußerst selten sind, und allem Ansehennach blos das Werk der Armuth oder des Eigensinnes gewesen.Folglich konnte die Vesorgniß, daß man die theuerste Art ei-nes so theuren Steines, als der Smaragd war, allzuhäufigdurch den Schnitt verderben würde, auch nicht so groß seyn,daß man ihr mit einem ausdrücklichen Gesetze hätte vorbauenmüssen.
Fünf und vierzigster Brief.
Aber eben dieser Vettori hat in der nehmlichen Stelle desPlinius noch etwas ganz anders gefunden. Spuren des Vcr-größrungsglascs.
Denn da er selbst vcrschicdnc alte geschnittene Steine vonso ausscrordcntlichcr Kleinheit besaß, daß man mit bloßen Augennur kaum erkennen konnte, daß sie geschnitten wären, aberdurchaus nichts darauf zu unterscheiden vermochte:^) so meinteer, daß sich dergleichen Steine auch nicht wohl, mit bloßenAugen gearbeitet zu seyn, denken ließen. Manni hatte schongcurtheilet, daß man den Alten das Vergrößerungsglas, oderso etwas ähnliches, nicht ganz absprechen könne; er hatte sichbesonders auf die mit Wasser gefüllte gläserne Kugel, derenScncca gedenkt, gcstützct: und Vettori glaubte, durch das, wasPlinius von den Smaragden saget, iiclem plerumyuo concavi,ut vitum colliAiint, diese Meinung noch mehr bestätigen zu kön-
(°) visiert. Klvpwsi'. p. 107. KxNimt in IVInteo Violoiio xvwi»!esliqu»! ila vnrvut»:, ul t^iuicutsö gri»»»» Mi» tluplo i»!>^»8 Nt; ck? lsmeiiiu üs vel l'einiexl'lsnle» tixurre, vel incisiv xariter li»!vla»ttir: nvere i»»re» l»m sMrvutil tsne iuwui'imöo, «u-i» vcul» lunlo, vix ineil-is esse M-üicsveriij.