Antiquarischer Briefe sieben und fünfzigster. L07
Aber sobald der Kmistrichtcr verräth, daß er von seinemAutor mehr weis, als ihm die Schriften desselben sagen können;sobald er sich aus dieser nähern Kenntniß des geringsten nach-thciligen Zuges wider ihn bedienet: sogleich wird sein Tadelpersönliche Beleidigung. Er höret auf, Kunstrichter zu seyn, undwird — das verächtlichste, was ein vernünftiges Geschöpf werdenkann — Klätscher, Anschwärzer, Pasquillant.
Diese Bestimmung unerlaubter Persönlichkeiten, und eineserlaubten Tadels, ist ohnstrcitig die wahre; und nach ihr ver-lange ich, aus das strengste gerichtet zu seyn!
Herr Klotz klagt mich an, meine antiquarischen Briefe mehrgegen Zhn, als gegen sein Buch gerichtet zu haben, welches„aus den persönlichen Beleidigungen, den Zudringlichkeiten, dem„Stil, der oft mehr als blos satyrisch sey, kurz aus dem Tone„erhelle, welcher uns, wider unsern Willen, an den Verfasser„des Vademccum für Herr Langen zu denken zwinge."^)
Persönliche Beleidigungen! Hr. Klotz klagt über per-sönliche Beleidigungen! Herr Klotz! lZuis tulent kiaeckos <ke.Und doch, wo sind sie, die er von mir erhalten haben will?Er zeige mir eine, und ich will kommen, und sie ihm fußfälligabbitten! Durch welches Wort habe ich mich merken lassen,daß ich ihn weiter als aus seinen Büchern kenne? WelcherTadel, welcher Spott ist mir entfahren, der sich auf mehr grün-det, als auf Beweise seiner Unwissenheit und Ucbereilung, >Msie in seinen Schriften da liegen? Ich habe ihn ein oder zwey-mal Geheimderrath gcnennt; und auch das würde ich nicht ge-than haben, wenn er nicht selbst mit diesem Titel unter denSchriftstellern aufgetreten wäre. Was weis ich sonst von seinerPerson? Was verlange ich von ihr zu wissen?
Zudringlichkeiten! — Ich habe mir nur Eine vorzuwer-fen; die im Laokoon. Das nicht uneingeschränkte Lob, wel-ches ich Herr Klotzen da ertheilte, mußte mir ihn freylich aufden Hals ziehen. Aber nachher sind alle Zudringlichkeiten vonseiner Seite. Was ich dagegen gethan, sind nichts als Ab-wchrungcn; auf itzt, und wo möglich, auf künftig.
(-) Deutsche Bil?l, stebcntcs Sück. S. 465.