Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
214
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Wie die Alten den Tod gebildet.

(Ic-Pvito i>!>r Siimc-r S. 3V.) Doch geschnittene Steine, wirdHerr Lcssing sagen, gehören zur Bildersprache. Nun so verweiseich ihn auf das metallene Skelct in dem Kirchcrschcn Mnsco.(s. li'ieoroni Kommas ant!«^. rarior. t. vui.) Ist er auch hic-mit noch nicht zufrieden, so will ich ihn zum Ucbcrflnssc crin-ncrn, daß bereits Herr Winkclmann in seinem Versuch derAllegorie S. 8t. zwoer alten Urnen von Marmor in Rom Meldung gethan, auf welchen Todtengerippc stehen. WennHr. Lcssingcn meine vielen Beyspiele nicht vcrdrüßlich machen,so setze ich noch Suoiil! Nisoc-II. ^,nt!q. Liud. Soot. I. ^rt. ui.hinzu: besonders v. Z. Und da ich mir einmal die Freyheitgenommen, wider ihn einiges zu erinnern, so muß ich ihn aufdie prächtige Sammlung der gemahlten Gefäße des Hrn. Hamil-ton verweisen, um noch eine Furie auf einem Ccfäßc zu er-blickcn. (Oolloetion c>k Utrutcim, (Zrecian lioman ^nt'umi-tlos feom tlio Ladinvt of tlie llon. ^Vm. Hamilton n. 6.)"

Es ist, bey Gott, wohl eine große Freyheit, mir zu wider-sprechen! Und wer mir widerspricht, hat sich wohl sehr zu be-kümmern, ob ich verdrüßlich werde, oder nicht!

Allerdings zwar sollte ein Widerspruch, als womit michHr. Klotz verfolgt, in die Länge auch den gelassensten, kältestenMann verdrüßlich machen. Wenn ich sage,es ist noch nichtNacht: so sagt Herr Klotz,aber Mittag ist doch schon längstvorbey. Wenn ich sage,sieben und sieben macht nicht fünf-zehn: so sagt er,aber sieben und achte macht doch fünfzehn.Und das heißt er, mir widersprechen, mich widerlegen, mir un-verzeihliche Irrthümer zeigen!

Ich bitte ihn, einen Augenblick seinen Verstand etwas mehr,als sein Gedächtniß zu Rathe zu ziehen.

Ich habe behauptet, daß die alten Artisten den Tod nichtals ein Skelet vorgestellt: und ich behaupte cs noch. Aber sa-gen, daß die alten Artisten den Tod nicht als ein Skelct vor-gestellt: heißt denn dieses von ihnen sagen, daß sie überhauptkein Skelct vorgestellet? Ist denn unter diesen beiden Sätzenso ganz und gar kein Unterschied, daß wer den einen erweiset,auch nothwendig den andern erwiesen hat? daß wer den einenleugnet, auch nothwendig den andcru leugnen muß?