Wie die Alten den Tod gebildet. 21!)
des Menschen, von der niedrigsten bis zur größten;(") ja, ichmöchte^ sagen, jedes unbelebte Ding, an dessen Erhaltung gele-gen war, hatte seinen Genius. — Wann dieses, unter andernauch dem Herrn Klotz, nicht eine ganz unbekannte Sache gewesenwäre: so würde er uns sicherlich mit dem größten Theile seinerzuckersüßen Geschichte des Amors aus geschnittenen Steinen,^")verschonet haben. Mit den aufmerksamsten Fingern forschte die-ser große Gelehrte diesem niedlichen Gotte durch alle Kupfcr-büchcr nach; und wo ihm nur ein kleiner nackter Bube vorkam,da schrie er Amor! Amor! und trug ihn geschwind in seineRolle ein. Ich Wunsche dem viel Geduld, der die Musterungüber diese Klotzischc Amors unternehmen will. Alle Augenblickewird er einen aus dem Gliede stoßen müssen. — Doch davonan einem andern Orte!
Genug, wenn nicht jeder geflügelte Knabe oder Jünglingnothwendig ein Amor seyn muß: so braucht es dieser auf demMonumente des Bcllori am wenigsten zu seyn.
Und kann es schlechterdings nicht seyn! Denn keine allego-rische Figur muß mit sich selbst im Widersprüche stehe». Zndiesem aber würde ein Amor stehen, dessen Werk es wäre, dieAffekten in der Brust des Menschen zu verlöschen. Ein solcherAmor, ist eben darum kein Amor.
Vielmehr spricht alles, was um und an diesem geflügeltenJünglinge ist, für das Bild des Todes.
Denn wenn es auch nur von dem Schlafe erwiesen wäre,daß ihn die Alten als einen jungen Genius mit Flügeln vor-gestellt: so würde auch schon das uns hinlänglich berechtigen,von seinem Zwillingsbruder, dem Tode, ein Gleiches zu vermu-then. 8omni iäowm tem!« sinFitur, schrieb Barth auf gut Glücknur so hin, um seine Interpunktion in einer Stelle desStatuts zu rechtfertigen.
tÄimme c^io rnorni, juvonis i>IavüM1u«z llivürn,
()uovo ei'i'oi'e miler, «loiüs ut 1'»Iu8 oALi'vm
8oum<; tu!« ? —
(°) Iilom ibi>t> p. 128.
(°°) Ueber den Nutze» und Gebr. der alt. >Mh. St> von S. 194 bis 221.(°°°) ätl si-uimn, 8Uv, V. -l.