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8 (1839)
Entstehung
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Wie die Alten den Tod gebildet.

die Dcnkungsart der Alten; nach welcher auch der eigentlicheSchutzgeist des Menschen den völligen Tod desselben nicht ab-wartete, sondern sich von ihm noch eher trennte, als in ihm diegänzliche Trennung zwischen Seele und Leib geschahe. Hiervonzeugen sehr deutliche Stellenund folglich kann auch dieserGenius der eigentliche Genius des eben vcrschicdnen Menschennicht seyn, auf dessen Brust er sich mit der Fackel stützet.

Noch darf ich eine Besonderheit in dem Stande desselben, nichtmit Stillschweigen übergehen. Zch glaube in ihr die Bestätigungeiner Muthmaßung zu erblicken, die ich an eben derselben Stelle desLaokoon berührte.^) Sie hat Widerspruch gefunden, diese Muth-maßung : es mag sich nun zeigen, ob sie ihn zu behalten verdienet.

Wenn nehmlich Pausanias die gleich Anfangs erwähnte Vor-stellung, auf der Kiste in dem Tempel der Zuno zu Elis, be-schreibet, wo unter andern eine Frau erscheine, die in ihrerRechten einen schlafenden wcissen Knaben halte, in ihrer Lin-ken aber einen schwarzen Knaben, --«^x^6dv?i -o^o---«, welcheseben sowohl hcisscn kann, der jenem schlafenden Rnaben ähn-lich sey, als, der zu schlafen scheine: so setzt er hinzu, «^c>.

<5tx5p«^/i.xvoi^ ?c>^ ?rc>6«?. Diese Worte giebt der la-teinische Uebcrsetzer durch, «Mortis uti'mcmo peclibus; und derFranzösische durch, les pivcls eontrc-f-uts. Zch fragte: was sol-len hier die krummen Füße? wie kommen der Schlaf und derTod zu diesen ungestaltcnen Gliedern? was können sie andeu-ten sollen? Und in der Verlegenheit, mir hierauf zu antworten,schlug ich vor, c>lx-7p«^i.xvc>^ 701^ ?roc>«5 nicht durch krumme,sondern durch über einander geschlagene Füße zu übersetzen:weil dieses die gewöhnliche Lage der Schlafenden sey, und derSchlaf auf alten Monumenten nicht anders liege.

Erst wird es, wegen einer Verbesserung, die Sylburg ineben den Worten machen zu müssen glaubte, nöthig seyn, dieganze Stelle in ihrem Zusammenhange anzuführen: n^o^T-o-t

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(°) ^Vonn!» Lerxcil. III. >>e Ve»iii>, c»p> S H > 7.

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