Wie die Alten den Tod gebildet.
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nicht anders, als durch die Anmerkung des Turnebus zu helfen,wenn er durchaus, in seiner Erdichtung von jenen Pforten, mitdem Homer übereinstimmen soll. — Von der Gestalt des TodcSschweigt Gyraldus gänzlich.
Natalis Comcs giebt dem Tode ein schwarzes Gewand,mit Sternen. (") Das schwarze Gewand, wie wir oben gese-hen,^) ist in dem Euripidcs gegründet: aber wer ihm dieSterne darauf gesetzt, weis ich nicht. Träume eontortis erm-ibushat er auch, und er versichert, daß sie Lucian auf seiner Znseldes Schlafes so umher schwärmen lassen. Aber bey dem Luciansind es blos ungestaltete Traume, «^oxq-oc, und die krummenBeine sind von seiner eigenen Ausbildung. Doch würden auchdiese krummen Beine nicht den Träumen überhaupt, als alle-gorisches Kennzeichen, sondern mir gewissen Träumen, selbstnach ihm, zukommen.
Andere mythologische Compilatores nachzusehen, lohnt wohlkaum der Mühe. Der einzige Banier möchte eine Ausnahmezu verdienen scheinen. Aber auch Banier sagt von der Gestaltdes Todes ganz und gar nichts, und von der Gestalt desSchlafes mehr als eine Unrichtigkeit. Denn auch Er verken-net, in jenem Gemählde beym Philostrat, den Traum für denSchlaf, und erblickt ihn da als einen Mann gebildet, ob erschon ans der Stelle des Pausanias schlicsscn zu können glaubet,daß er als ein Kind, und einzig als ein Kind, vorgestelletworden. Er schreibt dabey dem Montfaucon einen grobenIrrthum nach, den schon Winkclmann gerügt hat, und derseinem deutschen Ucbcrsctzcr sonach wohl hätte bekannt seynkönnen, (-k?) Beide nehmlich, Montfaucon und Banicr, geben denSchlaf dcS Algardi, in der Billa Borghcse, für alt aus, undeine neue Vase, die dort mit mchrern neben ihm stehet, weilsie Montfaucon auf einem Kupfer dazugcsetzt gefunden, sollein Gefäß mit schlafmachcndem Safte bedeuten. Dieser Schlasdes Algardi selbst, ist ganz wider die Einfalt und den Anstand
t°) lU^Mo!, Ii>>, III. csp, t3.
S, 245,
("°) Erl-iut. der Götttrlehrc, vicricr Band, S> 147 deut. Ucbcrs.(f) Vorrede zur Geschickte der Kunst, S. XV.
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