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Wie die Alten den Tod gebildet.
des Alterthums; er mag sonst so kunstreich gearbeitet seyn, alsman will. Denn seine Lage und Gcbehrdung ist von der Lageund Gcbehrdung des schlafenden Fauns, im Pallastc Barbcrino,entlehnet, dessen ich oben gedacht habe. (»)
Mir ist überall kein Schriftsteller aus dem Fache dieserKenntnisse vorgekommen, der das Bild des Todes, so wie esbey den Alten gewesen, entweder nicht ganz unbestimmt gelassen,oder nicht falsch angegeben hätte. Selbst diejenigen, welche dievon mir angeführten Monumente, oder denselben ähnliche, sehrwohl kannten, haben sich darum der Wahrheit nicht vielmehr genähert.
So wußte Tollius zwar, daß verschiedene alte Marmorvorhanden wären, auf welchen geflügelte Knaben mit umge-stürzten Fackeln den ewigen Schlaf der Verstorbenen vorstellten.Aber heißt dieses, in dem Einen derselben, den Tod selbst erken-nen? Hat er darum eingesehen, daß die Gottheit des Todesvon den Alten nie in einer andern Gestalt gebildet worden?Von dem symbolischen Zeichen eines Begriffs, bis zu der festge-setzten Bildung dieses pcrsonifirten, als ein sclbstständigcs We-sen verehrten Begriffes, ist noch ein weiter Schritt.
Eben dieses ist vom Gori zu sagen. Gori nennet zwar,noch ausdrücklicher, zwey dergleichen geflügelte Knaben auf altenSärgen, (Zenlos 8omnum üloi'tizm reloi-ontes: (^*) aberschon dieses rekerontes selbst, verräth ihn. Und da gar, an ei-nem andern Orte, ihm eben diese Gcnii Äloitem <8- I?unusllotiZiiantos hcisscn; da er, noch anderswo, in dem einen der-selben, Trotz der ihm, nach dem Buonarotti, zugestandenen Be-deutung des Todes, immer noch einen Cuvido sieht; da er, wiewir gesehen, die Gerippe auf dem alten Steine für Morteserkennet: so ist wohl unstreitig, daß er wenigstens über alle dieseDinge noch sehr uncins mit sich selbst gewesen.
Auch gilt ein gleiches von dem Grafen Maffci. Denn obauch dieser schon glaubte, daß auf alten Grabsteinen die zwey
(°) S. 225.
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