BerengariuS Turoneiisis.
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Ich eile, Ihnen eine andere Entdeckung mitzutheilen, dieviel zu wichtig ist, als daß ich nicht, zu völliger Benutzungderselben, Ihren, oder eines andern würdigen Gelehrten unse-rer Kirche Beytritt, auffodcrn dürste.
Die Ergänzung des Adelmanns macht Zhnen als CriticusEhre, dem es genug ist, die Ucbcrrcste des Alterthums demUntergänge zu cntreissen, ohne sich zu bekümmern, ob sie vongrossem Nutzen sind, und wem damit am meisten gedienet sehnmöchte. Gestehen Sie aber selbst, daß es nicht unsere, sondern dieRömische Kirche ist, die Sie darunter am meisten sich verpflichtethaben. Diese hat ungern einen so angesehenen Vertheidiger ei-ner ihrer Hauptlehren bisher nur verstümmelt aufweisen können;und sie durfte es aus dem Büchcrschatze eines Protestantischen Hauses vielleicht am wenigsten erwarten, einen Mangel ersetzt zusehen, wodurch sie nun freylich nicht eben neue Waffen, aberdoch eine alte Waffe ausgebessert und frisch aufgeputzt erhalten.
Zwar weiß ich wohl, daß ihr selbst die Beystimmung desAdelmanns kann streitig gemacht werden. Flacius trug keinBedenken, ihn unter seinen Zeugen der Wahrheit aufzuführen,und klar ist es, daß in dem ganzen Briefe des Adelmannskein Ausdruck zu finden, welcher den cruden Begriff der Trans-substantiation schlechterdings voraussetzte. Da jedoch Adelmannauch mit keinem Worte sich gegen diesen Begriff, welcher derherrschende geworden war, erkläret; da er zwischen dem einenAbwege des Paschasius, den die Kirche mir vollem Haufen ein-schlug, und dem andern Abwege, auf welchem er den Deren-garms glaubte, keine Mittelstraße zu erkennen scheinet: so dür-fen wir uns wenigstens nicht wundern, wenn ihn unsere Geg-ner für sich anzuziehen, mehr Recht zu haben glauben, als sieuns, thun zu können, jemals einräumen werden.
Es sey denn auch! Wir können ihnen so einen Mann gerngönnen, der es — wenn Sie mir erlauben wollen, mein
(°) Saleardus wandte sich dcsfalls, ausser den Bibliotheken in Ita-lien, an die zu Paris und Wien ; aber bey Unserer Nachfrage zu halten,muß ihm auch nicht einmal eingefallen seyn; ob es schon srculich mit allensolchen Nachfragen eine sehr mißliche Sache ist.
(°°) Ver. lik. Xll, x. tS7S. Lclit. «enev.