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Berengarius TmoncnsiS.
Dieses Zeugniß giebt ihm, wie Sie gelesen haben, Derengariusselbst: „cesti tsmeri contillo Lpitcopl ^riclvMventis, atsjuv>iat!s ma^joiis Nonstterii widert!, csui mo öe tcriptuns Kaderscerti orant, rjuoä äioerem. Es ist also keine Verleumdung, keineungcgründete Sage, was man schon aus dem Durandus undiLbeovuinus von ihm gewußt hat, und weswegen ihn zu retten,sich so manche ganz vergebliche Mühe gemacht haben. Beson-ders ist es Naralis Alexander,^) und nach ihm sind es diemehrgcdachten Französischen Benediktiner, ^) welche den Ver-dacht durchaus nicht auf ihm lassen wollen, daß er jemals derLehre des Derenganus ernstlich zugethan gewesen. Sie bezie-hen sich desfalls vornehmlich auf einen eigenen Brief des Eu-sebius, welchen Claudius Menmdus zuerst herausgegeben.Nun ist es wahr, daß Eusebius in diesem Briefe dem Zberen-garins sein Mißfallen über die noch fortdaurende Streitigkeitzu erkennen giebt; aber dieses Mißfallen an der Streitigkeit,als Streitigkeit, ist nichts weniger als eine Mißbilligung derMeynung des Berengarins. Vielmehr spricht er von der ineptlaatcjuo inlama I^nlranci, oder wiederhohlt doch wenigstens dieseAusdrücke des Dcrengarius, ohne das geringste dagegen zu er-innern, welches er gewiß nicht würde unterlassen haben, wennAanfrancus mehr Recht bey ihm gehabt hätte, als Zberenga-rius. Easebius wollte nur überhaupt über dergleichen Dingenicht gestritten wissen; er wollte, daß man sich einzig und alleinan die Worte der Schrift in Einfalt halte, und allen spitzfün-digcn Grübeleycn über das Wie und Warum entsagen sollte.Das war so übel nicht: werden Sie meynen. Allerdings nicht:und zuverläßig ist in dem ganzen eilsten Jahrhunderte nichtsvortrcflicheres von einem Theologen geschrieben worden, als die-ser Brief des LLuscbius. Die Französischen Benediktiner wun-dern sich, daß er nicht in die neuesten Sammlungen der Con-cilien aufgenommen worden. Aber ohne Zweifel sahen die Be-sorgcr dieser Sammlungen ihn nicht so ganz mit ihren Augen an.Zch zweifele, ob sie selbst ihn in eine Bibliothek der Kirchcnvä-
(°) In Hin. kccl. 8-ecuIi XI. visier!. I. Sri. 4.(") «ist. Iit> I» ?r. V. VIII. p> ivl,
("°) In Aolis »6 ^uZuslini likrns poNeriorez «ilvorlu» Ixlisnum, p. 499.