Aiiiiierklingcn iibcr das Epigramm.
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Wenn ich sage „nach Art der eigentlichen Aufschrift": sowill ich, wie schon berührt, das Denkmahl zugleich mit ver-standen wissen, welches die Aufschrift führet, und welches demersten Theile des Sinngedichts entspricht. Zch halte es aberfür nöthig, diese Erinnerung ausdrücklich zu wicdcrhohlen, eheich zu der weiter» Anwendung und Entwickelung meiner Erklä-rung fortgehe.
(2.)
Unbemerkt sind die zwey Stücke, die ich zu dem Wesen desSinngedichts verlange, nicht von allen Lehrern der Dichtkunstgeblieben. Aber alle haben, sie von ihrem Ursprünge gehörigabzuleiten, vcrnachläßigct, und auch weiter keinen Gebrauchdavon gemacht.
Skaliger ließ sich bloß durch sie verführen, eine doppelteGattung des Epigramms anzunehmen. (*) Da er sie nehmlichin der eigentlichen Aufschrift nicht erkannte, in welcher er nichts,als die bloße einfache Anzeige einer Person oder Handlung sahe:so hielt er dasjenige Epigramm, in welchem aus gewissen Vor-ausschickungcn etwas hergeleitet wird, und in welchem also dieVorausschickungcn, und das was daraus hergeleitet wird, alszwey merklich verschiedene Theile sich nicht leicht verkennen las-sen, für völlig von jenem unterschieden. Die Subtilität fielihm nicht bey, daß bey jenem, bey der eigentlichen Aufschrift,zu der Wirkung desselben das beschriebene Werk selbst das Seinemit beytrage, und folglich bey dem andern, dem eigentlichenSinngedichte, das, was er die Vorausschickungcn nennet, dembeschriebnen Wcrkc, so wie das, was aus diesen Voraus-schickungen hergeleitet wird, der Aufschrift selbst entspreche.
Der wortreiche Davassor hat ein langes Kapitel von denTheilen des Epigramms, deren er gleichfalls nur zwey, unterdem Namen der Verständigung und des Schlusses, annimmt,und über deren Bearbeitung er wirklich mancherley gute An-
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