Amiicrkungeil iibcr das Epigramm.
logie, und bey noch mchrcrn vcrschicdner ncurern Dichter behel-fen, die sich eingebildet, daß sie nur das erste das beste abge-schmackte Histörchen zusammen reimen dürfen, um ein Epigrammgemacht zu haben. Ein Beyspiel aus der Anthologie sey dieses
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„Ein Wahnwitziger und ein Schlafsüchtigcr lagen beysammen„auf Einem Bette, und einer wurde des andern Arzt. Denn„in der Wuth sprang jener auf, und prügelte diesen, der im„tiefsten Schlummer vergraben lag, durch und durch. Die„Schläge halfen beiden: dieser erwachte, und jener schlief vor„Müdigkeit ein." Das Ding ist schnurrig genug. Aber wasdenn nun weiter? Vielleicht war es auch nicht einmal wahr,daß beide kurirct wurden. Denn der Schlafsüchtigc schläft nichtimmer, sondern will nur immer schlafen, und so schlief er wohlauch hier bald wiederum ein: der Wahnwitzige aber, der vorMüdigkeit einschlief, konnte gar wohl als ein Wahnwitzigerwieder aufwachen. Doch gesetzt auch, sie wären wirklich beidedurch einander kuriret worden: auch alsdann sind wir um nichtsklüger, als wir waren. Das Vergnügen über ein Histörchen,welches ich nirgends in meinen Nutzen verwenden zu könnensehe, über das ich auch nicht einmal lachen kaun, ist herz-lich schwach.
Zch will nicht hoffen, daß man mir hier vorwerfen werde,daß es mir am Geschmacke der griechischen Simplicität sehlc.Es gehöret wohl zu der griechischen Simplicität, daß ein Dingkeine Theile zu viel habe: aber daß es ihm an einem nothwen-digen Theile fehle, das gehöret doch gewiß nicht dazu. Es istnicht der witzige Schluß, den ich vermisse: sondern der Schlußüberhaupt, wozu aber der bloße Schluß des Faktums nicht hin-länglich ist. Ich gestehe, daß ich, aus eben diesem Grunde,
(°) l. cap. 45.