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Vermischte Schriften. Erster Theil.
die Eigenschaften besser herleiten, welche ein Sinngedicht zueinem vollkonmmcii Sinngedichte machen.
^. Wenn der erste Theil des Sinngedichts, den ich die Er-wartung genannt habe, dem Denkmahle entsprechen soll, welchesdie Ausschrift führet: so ist unstreitig, daß er um so viel voll-kommncr seyn wird, je genauer er einem neuen, an Größeoder Schönheit besonders vorzüglichen Denkmahle entspricht.Vor allen Dingen aber muß er ihm an Einheit gleich seyn;wir müssen ihn mit einem Blicke übersehen können: unverwehrtindeß, daß der Dichter durch Auseinandersetzung seiner einzelnBegriffe ihm bald einen größcrn, bald einen geringern Umfanggeben darf, so wie er es seiner Absicht am gcmäßcsten erkennet.Er kann ihn eben so wohl aus fünf sechs Worten, als auseben so vielen und noch mchrcrn Zeilen bestehen lassen.
Zn folgendem Sinngedichte des Nangcrins(°):
/^z///i«A0?'«e ^t?»it/ac?'t).Onem tolles vixil7o iwima recleunto reiiatuiu
Nutato lama ett cornoro I^llia^orimi:<üeruiZ, iterum ut «Icioli c-rlo geiieratus .^l^-Ii«
Vival; ut snti^uum loivet ii> oiv ilecus.DiAnum ull^iM oerte volvit: Ire lionto Ivvvi« <zst:
8io in lv maZnc» ^>oetore iotus uliit.?»llot et illo altos animi clesirameie lenl'us:8eil, velorl vlil'lriolus idliAiono, lilet.sind die ersten sechs Zeilen, welche die Erwartung enthalten,nichts als eine Umschreibung des Subjekts. Aber was hiersechs Zeilen füllet, wird in dem griechischen Originale, welchessich Naugerius eigen gemacht, mit vier Worten gesagt (""):
^?ov H-I.'^«^»?!^ <1 ^U.^«ls>og- ^x5« cs>cvvki?Z^Fx^ clv, x^x ^«^xiV II^A'oc^'oji^^.
„Da steht er, der wahre Pythagoras! Auch die Stimme würde„ihm nicht fehlen, wenn Pythagoras hatte sprechen wollen."Dieses übersetzte Fanstus Sabäns so:
l^ili-iAorani ^>!otor ^»terai llnxlll'L losnienloui.Voruin l'^tliagoraiu couiieuill'L juvat.
(°) «per. p. t9S. ?-il!»v. t7I8. 4lo.(°°) ^ntUol. Üb. IV. c»l>. S^.