Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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443
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Anmerkungen über das Epigramm.

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lind wir könnten es durch die einzige Zeile übersetzen:Warum dieß Bild nicht spricht? Es ist Pythagoras ."wenn die cinzeiligtcn Sinngedichte in unsrer Sprache eben sogewöhnlich iliid angenehm wären, als sie es in der griechischenlind lateinischen sind.

Das wahre Maaß der Erwartung scheinet indeß, in demgegenwärtigen Beyspiele, weder Naugcrius noch dieser Griechegetroffen zu haben: sondern ein andrer Grieche, welcher ebenden Einfall in vier Zeilen brachte, und diesen bescheidenenRaum, nicht wie Naugcrius zu leeren Ausrüstungen mißbrauchte,sondern zur Berichtigung des Einfalls selbst anwendete. Dennsollte man auS dem Naugcrius, und dem angeführten grie-chischen Originale, nicht schließen, daß Pythagoras immer ge-schwiegen hätte? da das Schweigen doch nur gleichsam eineVorübung in seiner Schule war. Wie viel schöner und genaueralso Inlianus so!

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Nicht den Pythagoras, wie er die geheime Natur der Zahlenerkläret, hat der Künstler darstellen wollen: sondern den Py-thagoras in seinem weisen Stillschweigen. Daher verbarg erdie Stimme, die er vernehmlich zu machen, sonst gar wohlverstand."

Die Hauptregel also, die inan, in Ansehung des Umfangesder Erwartung, zu beobachten hat, ist diese, daß man nichtals ein Schulknabc erweitere; daß man nicht bloß erweitere,um cin Paar Verse mehr gemacht zu haben: sondern daß mansich nach dem zweyten Theile, nach dem Aufschlüsse, richtc,und urtheile, ob und wie viel dieser, durch die größere Aus-führlichkeit der Erwartung, an Deutlichkeit und Nachdruck ge-winnen könne.

Es giebt Fälle, wo auf diese Ausführlichkeit alles ankömmt.Dahin gehören vor andern diejenigen Sinngedichte, in welchender Aufschluß sich auf einen relativen Begriff beziehet. Z. E.

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