Amnerkinigcn über das Epigramm.
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t) vilsm invilain: o ineommolla eommmla: Inx nox!81, ne nlis^uill ji»8, evAeils ell« niliil.Es ist zu verwundern, wie sehr sich auch die gelehrtesten Leuteverblenden können, so bald sie aus ihren eigenen Beyspielenetwas abstrahiren wollen. Dieses Epigramm soll vier Epi-gramme enthalten; und es ist zur höchsten Noth kaum eines:nur daß der schale Aufschluß desselben in jeder Zeile, wie eineWasserblase, mehr und mehr aufschwället, bis er endlich in einwahres Nichts zerstiebet.
Eher war unser Nlernike der Mann, der zu dieser voll-gepfropften Art von Sinngedichten ein Muster hätte machenkönnen. Zn der Theorie dachte er auch ziemlich wie Skaliger;indem er diejenigen Sinngedichte, „wo der Leser fast in je-„der Zeile etwas nachzudenken findet, wo er unvermerkt, und„zuweilen ehe er es verlangt, zu dem Schlüsse gcführet wird,"den andern weit vorziehet, „in welchen der Leser nur durch„weitlauftige und nichts bedeutende Umstände von dem allein„klingenden Ende aufgehalten wird." N)ernike hatte aller-dings Recht, wenn es wirklich, in allem Verstände, nichts bedeu-tende Umstände sind, durch die der Leser endlich zu dem Aufschlüssegelangt. Aber wenn denn nur jeder ihn aufhaltender Umstand,ob er schon für sich selbst nicht viel sagen will, dennoch seinebesondere gute Beziehungen auf Vas allein klingende Endehat: so ist es schon genug; und das Ganze, welches darausentstehet, bekömmt eine so gefällige Einheit, daß es unendlichschwer ist, wegen des Mangels derselben einen Leser von rich-tigem Geschmacke durch noch so häufig eingestreute Ncbcnzügeschadlos zu halten.
Das eigene Beyspiel des Ivcrnike ebenfalls, welches er vonjener vorzüglichern Art des Sinngedichts geben zu könnenglaubte, macht seine Theorie nicht gut, sondern bestätiget viel-mehr, was ich von dem Mangel der Einheit gesagt habe(").Auf Mutius Skävola.„Als Skävola, zum Mord verführt durch seine Jugend,
„So wie das Laster fiir die Tugend
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