Anmerkungen über das Epigramm.
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Wenn es denn aber nur selten in des Dichters Vermögen steht,seinen Leser mit einem wirklich neuen Aufschlüsse zu überraschen:wer kann es ihm verdenken, wenn er seinem gemeinen Einfalleeine solche Wendung zu geben sucht, daß er wenigstens dieseEigenschaft des Neuen, das Ueberraschende, dadurch erhält? Unddieses kann nicht anders geschehen, als durch eine Art von Be-trug. Weil er dem Leser nichts geben kann, was dieser aufkeine Weise voraussehen könnte, so verführt er ihn, etwas ganzanders voraus zu sehen, als er ihm endlich giebt. Er hebt z. E.von hohen Dingen an, und endet mit einer Nichtswürdigkeit; erscheinet loben zu wollen, und das Lob läuft auf einen Tadelhinaus; er scheinet tadeln zu wollen, und der Tadel verkehrtsich in ein feines Lob. Doch so ganz einander entgegengesetztbrauchen die Dinge auch nicht einmal zu seyn: genug wenn derBlick des Lesers auch nur gerade vorbey schießt. Ein einzigesExempel aus dem XNartial sey statt aller (*).
Kanctr'tim.Niliil e5t mitei'ius, nee Zulolills 8anotra.lieetam voeatuZ cam onouriit a<1 ooenam,<)lik»m tot «Uolilis nooliliuscjue vsntavit;?or polcit apri glaullulas, c^uater Iumliurri,I5t utram^ue coxam lenor!«, et lluos armos:IVeo oiubelcit pejoi-are cle turllo,
oktieorum liiere liviäos cn'i'os.üueois ^illlLLllt«: ttirtlidum lillit rna^^iitui.Illio et uvve oolloeaiitur ollares,Lt puitioorulli pauca graua maloium,
exeavat«: pollis illllecens vulva:,Lt linpa lleus, lleviliLcjllo Iioletus.8eä mappa euin jum mille lumpltur surtis,liolos ie^onti s^ond^Ios linn eouclit,
6vvoralo ca^ilv tuituivm truneuni.tlnlligvrc: loiiA» tiu-jx: uee ^»utat äoxtra^nalevlu, kjiiivlzuicl ot cnnes ielic>lloruni.k^ev olvulLlita lullioit guli« ^rivlla,
(°) I>U>. vp. 19.