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Merkmahl anzugeben, ans welchem wir den Namen des Fin-ders errathen sollen. Denn die Worte, Scilicet a (Miamistrilmir cui ?isne!a nomen, können unmöglich etwas anders hei-ßen, als daß der Name dieses Finders, dieses Kompatriorcndes Catulls, dieses Ncroncscrs also, auf welchen nur allein dascui sich beziehen kann, in der französischen Sprache a eslamishergenommen sey. Folgt aber hieraus, daß er sich darum noth-wendig auch auf französischem Grunde und Boden müsse befun-den haben, als er seinen Fund that? Möglich kann es seyn:nur aus diesen Worten fließt es nicht schlechterdings.
Es war sonach dem K.Kurcntt'us Pignorins, als er einmalseine Empfindlichkeit darüber äußern wollte, daß man in Frank-reich behaupte, Italien sey diesem Lande bey Wiederherstellungder schönen Litteratur sehr vieles schuldig, nicht zu verdenken,daß er, unter andern, auch dem Skaligcr die in Frankreich ge-schehene Wiederentdcckung des Catulls durchaus nicht einräumenwollte ("). Er merkte an, daß das nehmliche Epigramm sichbereits in einer alten gedruckten Ausgabe des Eatulls befinde,wo es dem Guarinus zugeeignet werde. Aber er sagt nicht,welchem Guarinus; und giebt auch diese alte Ausgabe selbstnicht näher an. Woher es also Herr Hambcrger hat, daßBaptista Guarinus zu verstehen sey, kann ich nicht wissen. Nurso viel weiß ich, daß sich Herr Hambcrger irret, wenn er diesenBaptista Guarinus selbst zu dem Wicderaufsindcr des Catullsmacht (°°). Dieses hat Pignorius auch gar nicht sagen wollen,als der bloß meldet, daß das Epigramm vom Guarinus sey;nicht aber, daß es auch zugleich von ihm handele. Vielmehrunterscheidet er den Verfasser des Epigramms, den Guarinus,ausdrücklich von dem Kompatrioten und Erretter des Catulls;und der Fehler, den er dabey begeht, ist nur dieser, daß ineben der dritten Zeile, in welcher Skaligcr zu viel sahe, er seinesTheils zu wenig erkannte. Er behauptet nehmlich, daß dieWorte, a Lulamis triduit cu! ?rancia »omen, weiter nichts sagen
(°) S^mdolarum epiuvliesrum XVI. St. pslsvii tSZ3. 8vo.
(°°) Zuverlässige Nachr. Ty, l. S-470, „Was noch vorhanden ist„(vom Catull nehmlich) hat Baptista Gnarinns, aus Berona, In Frankreich „zuerst gefunden."Lessmgs Werke, vui.