Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
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Martial.

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auftrocknen wollen? Sie habe Doch was ist leichter, als überso was zu spotten?

Ich eile zu einem dritten, dem N'ir'olans Grudius: demBruder des zärtlichen Johannes Geknndns; leider nur einemleiblichen Bruder, und keinem Bruder in Apcllo. Aber seinEpigramm ist so lang ich glaube ich werde mit dem bloßenSchlüsse davon kommen können. Er läßt die Porcia gegen ih-ren todten Gemahl in zwölf Versen betheuren, wie gern undwie unfehlbar sie ihm unverzüglich folgen wolle; und setzt end-lich hinzu:(")Iloee Umlll; aiclenti limul odKruit 01 a kavilla.t)ua: potias klaxrims tela minittiet smor?yuR potius? Ich dächte lieber einen von seinen eigenen Pfei-len; besonders, wenn ihm von jenen vertauschten noch einerübrig ist. Oder, wenn es ja Feuer seyn mußte, warum nichtlieber seine eigene Fackel?

Es folget endlich Nlernir'c; und es thut mir leid, daß ichihn muß folgen lassen. Er hat zwey Sinngedichte auf die Porcia;beide ungleich besser als die Sinngedichte des Casanova, desSabäus, des Grudius; aber beide doch noch unendlich unterdem Muster des Martials.(")

1.

Man hört nicht Porcia vergebens sich beklagen,Noch daß dieß edle Weib in Ohmnacht weibisch sinkt;Sie kann, gleich ihrem Mann, den Tod beherzt ertragen,Und isset Feur, weil er aus Lethe Wasser trinkt.

2.

Schau an die Porcia, die kein Geschicke beugt,Die mit dem Tode weiß, wie Cato selbst, zu scherzen:Die Kohl' in ihrem Munde zeigt,WaS für ein Feur in ihrem Herzen.Zch hätte große Lust, nach dem Beyspiele des Plutarchs, elen-den Witz mit elendem Witze zu verlachen, und hinzuzusetzen:Wunder, wenn unter allen diesen frostigen Einfällen die glü-

(°) poewala Irium lrslrum vvlgsrum, p> 69.(") Zweytes Buch, S. 45,