480
Vermischte Schriften. Erster Theil.
lege, über die es ihm nicht möglich sey, einen gescheiten Einfallzu haben (").
Viviäa cum poseas epigrammst», inorl.ua nonis
Lemmata: yui jieri, Loeciliano, potelt?Alolla jube8 Il^bloea tivi, vel Ilz^mettia natci,üt tuz?lns (üeeropiaz Lorliea vonis spi.
Nun frage ich, wenn so ein Cäcilian über den und jenen, überdieß und das, ein Epigramm verlangte, wird es der Dichternicht ganz in dem Geiste desselben gemacht haben? Wird er esihm also auch nicht selbst in den Mund gelegt haben?
Allerdings ist durch diese Wendung gewissermaaßen von demmoralischen Charakter des Martials nun alles abzulehnen, wasihm nachthcilig seyn könnte. Aber wenn der Dichter so schlimmnicht war, als sein Buch: wird denn darum auch das Buchim geringsten besser? Gewiß nicht: — doch dieses, gegen Tu-gend und Wohlstand in einen unbedingten Schutz zu nehmen,darauf war es von mir auch gar nicht angefangen.
(3.)
Einen Augenblick will ich mich noch bey der letztem Anmer-kung verweilen. Sie dürfte leicht aus der Luft gegriffen zuseyn scheinen, bloß um den ehrbaren Wandel des Dichters, dener von sich selbst versichert, desto wahrscheinlicher zu machen.Es verlohnet sich also der Mühe, sie, ohne Rücksicht auf diesenPunkt, durch einige Beyspiele mehr zu erhärten; und wo mög-lich durch einige einleuchtendere, als das einzige angeführte, inwelchem zwar freylich nicht der Dichter, sondern Domitianus spricht, aber doch mit dem Dichter spricht. Aus diesem Um-stände, dürfte man meynen, verstünde es sich von selbst, daßdie erste Person darinn nicht der Dichter seyn könne; aber ebendieser Umstand müsse sich dann auch bey den andern Beyspielenzeigen, von welchen sich das nehmlich verstehen solle. Das ist:man dürfte die Anmerkung, nach Maaßgebung dieses Musters,nur von solchen Epigrammen wollen gelten lassen, die der Dich-ter an sich selbst überschrieben.
Was ich nun hierüber zu sagen habe, wird zusammen aufnichts schlechteres hinauslaufen, als auf eine Untersuchung über —
(°) I.idr. XI. oi>, 43.