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Vermischte Schriften. Erster Theil.
avthcntischcrcn Zusätze des Zunius, als diese weit verfängliche-ren des Skrivers, ohne Unterschied Slartiali akiieta genannt,lind ihrem Autor beygefüget haben.
Weit eher könnte ich jetzt selbst jene bessern Stücke mit ei-nem vermehren, welches aus einer sehr alten Handschrist genom-men ist, die eine große Anzahl meistens noch ungcdrucktcr Epi-grammen verschiedncr lateinischer Dichter enthält. Ich meynedas bekannte Manuskript, welches Salmasius vom Ioh- L.a-kurnöns bekam, und das gegenwärtig in der königlichen Biblio-thek zu Paris aufbewahret wird. Von einem Theile desselbenhat Gudins eine Abschrift genommen, die sich unter seinenPapieren in der Bibliothek zu Wolfcnbüttcl befindet; und indieser sehe ich dem Martial folgendes Epigramm zugeeignet, vondem ich nicht wüßte, daß es sonst schon irgendwo gedruckt wäre.
Nee volc» me tiimmis soi'tuna nee acipüeet irnis,8ec! rneälum vitve tempoiet ills Araäurn.
Illvlclia exeoltos, inope8 illiuria vexat:(^iisin iolix vivit r^uiscsui's utro^ue carel.!Auch dieses, meyne ich, könnte sich gar wohl aus seinen Zu-gendgedichtcn hcrschreiben, da es nichts als eine feine moralischeGesinnung ausdrückt, von der er in reifern Jahren nicht glaubte,daß sie zu einem Epigramme hinlänglich sey.
Vielleicht ließe sich überhaupt die Frage auswerfen, ob nichtohnedem schon aus den Zugcndgedichtcn des Verfassers mehrerein die Epigrammen übergetragen worden; und dieses in so frü-hen Zeiten, daß es kein Wunder, wenn sie nach und nach inalle Handschriften gekommen. Wenigstens, wenn Martial zuEnde seines ersten Buchs sagt:
<üu! leAllls tat!« non o5t epigi'zmmats eentuw,Nil M tatis ckt, Oseoiliane, msli;dieses erste Buch aber jetzt nicht hundert, sondern hundert undneunzehn Epigramme enthält: so ist es so gar ausgemacht wohlnoch nicht, ob er bloß eine runde Anzahl ungefähr angeben wol-len, oder ob sich wirklich neunzehn fremde mit cingcschlichcn.Dem letzter» Falle zu Folge dürfte ein Archey-pcm (°), oder
(°) I.i>>. VlI. ep. tv.