Marti.il.
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machen läßt;(") nehmlich dcn Pompesus Aukens, von welchemdas flinfzigstc Epigramm des siebenden Buches redet. Es istklar daß dieser Aukrus ein Rcchtsgclchrtcr war, und ganz an-dere Geschäfte hatte, als Mit Büchern zu handeln. Er brachtedie Epigrammen des Martials auch auf einem ganz andernWege unter die Leute, als es die Buchhändler thun; und warwohl gar Schuld, daß manches Exemplar weniger gekauft ward.Denn er konnte die erbaulichsten auswendig, so daß ihm keineSylbe daran fehlte, und ward gar nicht müde, sie dcn Leutenvorzusagen.
8io tenot. i>l)lent«Z8 noktros, oanlal^uo liliollos:11t pereat ellarl.is litleia null» rriels.Ich weiß gar nicht, wie es Skrivcrn einkommen können, einensolchen Mann in einen Buchhändler zu verwandeln.
(6-) .Der Stellen sind ziemlich viele, wo nach meiner wenigem
Einsicht die Ausleger den Martial insgesammt mißdeuten. Amgewöhnlichsten geschieht es da, wo von Werken der Kunst dieRede ist, oder gewisse kleine Gebräuche zum Grunde liegen, diesie mit ein wenig Scharfsinn aus dem Dichter selbst hätten er-rathen können, deren Erläuterung sie aber lieber in andernSchriftstellern, eben so mühsam als vergeblich, aufsuchen woll-ten. Damit ich dieses nicht ganz ohne Beweis gesagt habe: sowill ich nur ein Paar Beyspiele anführen.
1. Eines von der letztem Art sey das zwölfte Epigrammdes ersten Buches, welches -Hcralvus unter die allcrdunkclstciiim ganzen Martial rechnet.
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Lis lleeies lolus, Kexliliaile, Iiüiis?lam lleloelllet parlimivs cnlcla iuiuitli'08,81 noii i>ot!N'es, Loxtiliano, morum.Die ältesten Ausleger, als Dommus und Pcrottus, habe» esvon der logo rumnwiu-i.i, verstehen wollen, die einem jeden Rö-mer nach seinem Stande vorschrieb, wie viel er höchstens aufeine Mahlzeit verwenden dürfe: doch das ist längst widerlegt.
(°) ^Iiimittlvvrl, i» Lvigr, ttli. I. p. 37.